Führerschein mit 17 Jahren:
Fünf gute Gründe für L17

In Österreich können Jugendliche ab fünfzehneinhalb Jahren mit der Fahrausbildung beginnen und mit 17 allein Auto fahren. Ein Erfolgsmodell, das früh unabhängig macht und gleichzeitig für deutlich mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgt.

Freiheit mit 17: Mit dem Führerschein L17 kommst du nicht nur früher an die Fahrerlaubnis, durch den speziellen Aufbau bist du auch sicherer im Verkehr.

Freiheit mit 17: Mit dem Führerschein L17 kommst du nicht nur früher an die Fahrerlaubnis, durch den speziellen Aufbau bist du auch sicherer im Verkehr.

Beim Start des rosa Scheins ab 17 im März 1999 waren viele Österreicher noch skeptisch. Können L17-Fahrer genauso sicher unterwegs sein wie normale Fahranfänger? Sie können. Und sie verursachen sogar 15 Prozent weniger Unfälle als 18-Jährige. Das liegt vor allem daran, dass L17-Fahrerinnen und -Fahrer neben der Ausbildung mindestens 3.000 Kilometer Fahrpraxis nachweisen müssen. Erst danach können sie ihre Prüfung frühestens ab dem 17. Geburtstag ablegen. Fünf Gründe, warum der Führerschein L17 eine gute Sache ist und worauf du dabei achten solltest:

1. Üben mit vertrauten Personen

Beim Führerschein L17 üben junge Lenker mit einer selbst gewählten, vertrauten Person. Nach der Grundausbildung in der Fahrschule, bestehend aus Theorie und Praxis, sind drei Blöcke zu je 1000 Kilometer Übungsfahrten mit Begleitperson Pflicht. Begleiter können die eigenen Eltern sein, aber auch andere Personen wie Onkel oder Tante. An jeden Block schließt eine gemeinsame Ausbildungsfahrt mit Fahrlehrer sowie eine Auswertung der bisherigen Fahrerfahrungen an. Günther Frühwirth, Leiter des ARBÖ-Fahrsicherheits-Zentrums in Salzburg, empfiehlt eine Begleitperson mit ruhigem Gemüt, die cool bleibt: „Sie darf nicht hektisch oder nervös werden, das überträgt sich auf jeden Fahrschüler. Da wird man unsicher.“ 

2. Erfahrungen mit Alltagssituationen

Für L17-Fahrer haben die zahlreichen Pflichtkilometer den Vorteil, dass sie viel häufiger mit Alltagssituationen konfrontiert werden. Die Strecken sollten dabei bewusst gewählt werden, also zunächst in der vertrauten Umgebung und nicht gleich von Salzburg nach Wien. Für schwierige Manöver eignen sich spezielle Übungsplätze, zum Beispiel von der ARBÖ. „Bei uns im Fahrsicherheits-Zentrum gibt’s viel Platz, darunter auch einen Hang, um das Anfahren auf einer steilen Straße zu üben“, sagt Frühwirth. „Vielen Eltern empfehlen wir zudem, wo es irgendwie geht, das Kind fahren zu lassen: bei Tag, bei Nacht, im Regen und so weiter. Auch gern im Wald wo’s mal ein bisserl rutschiger ist. So lernen sie viel mehr.“

Routinen erlernen: Junge Lenker, die mit 17 ihren Führerschein machen, haben bereits zahlreiche Erfahrungen in Alltagssituationen gesammelt.

Routinen erlernen: Junge Lenker, die mit 17 ihren Führerschein machen, haben bereits zahlreiche Erfahrungen in Alltagssituationen gesammelt.

3. Fahren zu jeder Jahreszeit

Zu den unterschiedlichen Situationen, die während der Ausbildungsfahrten gemeistert werden müssen, gehören auch die besonderen Herausforderungen der verschiedenen Jahreszeiten. Während normale Fahranfänger wegen der kürzeren Ausbildungszeit vielleicht nur im Frühling und Sommer und daher nur bei guten Straßenbedingungen unterwegs sind, müssen sich die Jüngeren zwangsläufig in den zweieinhalb Jahren der Ausbildung unterschiedlichen Wettersituationen wie nassem Laub, Nebel, Starkregen, Eis und Schnee stellen.

4. Kopf frei für’s Fahren

Mit 18 oder 19 sind die Lenkberechtigten zwar reifer, hebt Frühwirth hervor, gleichzeitig hätten L17-Fahrer aber noch eher den Kopf frei für das Lernen. „Mit höherem Alter hast du auch andere Verpflichtungen wie Studium oder Arbeit.“ Jüngeren Fahrern ist es eher möglich, nach der Schule eine gemeinsame Fahrt zu unternehmen und wichtige Erfahrungen zu sammeln, bevor später im Leben der Alltagsstress greift.

5. Schneller bestehen

Die Erfahrung, die L17-Anwärter zur Zeit der Prüfung aufweisen können, sorgt für Routine und Sicherheit. Die Durchfallquote bei der Fahrprüfung mit 17 ist deshalb deutlich niedriger als bei normalen Fahrschülern. „Das ist ganz klar ein Vorteil. Die gewaltige Erfahrung spielt eine riesige Rolle und die L17-Fahrer wissen, was Risikosituationen sind“, sagt Frühwirth.

Hast du deinen Führerschein in der Tasche, dann informiere dich hier, welche Versicherungen du für eine sichere Fahrt brauchst:
So sichern sich Fahranfänger richtig ab.