Worauf wartest du? So machst du dein Haus klimafit

Häuser sind die größten Energiefresser in der EU. 36 Prozent der Treibhausgasemissionen gehen auf Gebäude zurück. Mein Leben erklärt, wie du dein Zuhause nachhaltiger machen und so das Klima schützen kannst.

Das Ziel ist klar: Bis zum Jahr 2040 strebt Österreich die Klimaneutralität an. Doch um dieses Ziel zu erreichen, müssen alle mitmachen. Viel Potenzial steckt in der energetischen Sanierung von Gebäuden. Um diese voranzutreiben erhalten Hausbesitzer Unterstützung von der Bundesregierung und den Ländern. Die Sanierungsoffensive und die Aktion „raus aus Öl und Gas“ wird auch im Jahr 2021 fortgeführt werden.

Für die vier Jahre von 2021 bis 2024 stehen im Rahmen der Sanierungsoffensive insgesamt 1,55 Milliarden Euro zur Verfügung. Für den aktuellen Zeitraum 2021/22 stehen für Private und Betriebe insgesamt 650 Millionen Euro zur Verfügung. Davon sind 400 Millionen Euro für den Kesseltausch und die Förderungsaktion „raus aus Öl und Gas“ reserviert.

Was ist energetische Sanierung?

Wärmedämmung von Außenwänden

Wärmedämmung von Außenwänden

Eine energetische Sanierung macht ein Gebäude klimafit: Der Energieverbrauch für Heizung, Warmwasseraufbereitung und Belüftung wird durch gezielte bauliche Maßnahmen minimiert. Der Ausstoß schädlicher Treibhausgase sinkt. So leisten Hausbesitzer einen wertvollen Beitrag für die Umwelt – und können dabei ihre Energiekosten reduzieren. Das ist angesichts steigender Preise auch ein wichtiges Argument für eine energetische Sanierung.

Übrigens, für alle, die nicht sanieren, sondern neu bauen gilt: Seit 1. Jänner 2021 dürfen in Österreich und allen anderen Mitgliedstaaten der EU Neubauten nur noch als Niedrigstenergiegebäude errichtet werden. Bei einem Neubau ist es natürlich etwas einfacher, den Umweltschutz gleich mitzudenken – und darum kommt jetzt kein Bauherr mehr herum.

Was gehört zu einer energetischen Sanierung?

Nachhaltig heizen mit Solarthermie (links) oder Fernwärme (rechts)
© links: Norbert Nagel

Nachhaltig heizen mit Solarthermie (links) oder Fernwärme (rechts)

Zunächst geht es um eine Sanierung der Gebäudehülle mit dem Ziel, den Heizwärmebedarf erheblich zu verringern. Das betrifft alle wärmeabgebenden Bauteile und kann erreicht werden durch die Wärmedämmung von Außenwänden, Feuermauern, obersten Geschossdecken, Dächern, Kellerdecken oder durch den Austausch von Fenstern und Türen. Gegebenenfalls gehört auch der Einbau einer neuen, modernen Heizungsanlage dazu sowie der Einsatz erneuerbarer Energien zur Wärmeerzeugung wie Erdwärme oder Solarthermie.

links: Holzpellets, rechts: Pelletkessel und Pufferspeicher
© propellets.at

links: Holzpellets, rechts: Pelletkessel und Pufferspeicher

Was bringt das?

Wie stark der Energieverbrauch und damit die CO2-Emissionen durch eine Sanierung gesenkt werden können, hängt natürlich vom Ausgangzustand des Gebäudes ab. Betrachtet man den Energieverbrauch eines durchschnittlichen Einfamilienhauses in Österreich sinken durch richtige Dämmung und neue Fenster nicht nur die Ausgaben für Heizen und Kühlen um bis zu 80 Prozent (Quelle: global2000.at), sondern auch die Emissionen. Wer zusätzlich noch das Heizsystem auf erneuerbare Energien wie Pellets, Hackschnitzel oder Solarthermie umgestellt, erreicht eine Emissionsreduktion von 100 Prozent.

Vor allem Gebäude, die zwischen den Jahren 1945 und 1980 gebaut wurden, haben eine miserable Energiebilanz. Rund 1,5 Millionen Gebäude, das sind fast die Hälfte des österreichischen Häuserbestands, stammen aus dieser Zeit. Ein entsprechendes Einfamilienhaus verbraucht durchschnittlich 220 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter und Jahr (22 Liter Öl/m²a). Zum Vergleich: Heutige Passivhäuser benötigen weniger als 15 kWh/m²a. Dieser Wert – kWh/m²a – liefert den Richtwert über den Energiebedarf eines Gebäudes in Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter (m²) und Jahr (a).

Mit einer energetischen Sanierung reduzierst du nicht nur deine Energiekosten und schonst das Klima, du erhöhst auch den Wert deiner Immobilie, denn eine hohe Energieeffizienz beziehungsweise ein Sanierungsstau sind heutzutage wichtige Argumente bei den Preisverhandlungen.

So gehst du vor:

Am Anfang steht eine Bestandsanalyse. Zunächst musst du herausfinden, wo die energetischen Schwachstellen deines Hauses liegen. Sind die Fenster undicht, die Heizanlage veraltet, ist die Wärmedämmung schlecht? Um die Energiefresser aufzuspüren, solltest du einen Fachmann einbeziehen. Dieser ermittelt mit einem Energiecheck, wo es Optimierungsmöglichkeiten gibt, was sie kosten und was sie bringen können. Bei klimaaktiv.at findest du eine Übersicht über die Energieberatungsstellen der Bundesländer.

  1. Zusammen mit einem Experten legst du dann den Zeitplan fest: Was muss zuerst gemacht werden? Was kann noch warten?
  2. Wichtig ist, dass du ein energetisches Gesamtkonzept für dein Haus erstellst, bevor du mit der Sanierung beginnst. Wenn du zum Beispiel nur die Heizung erneuerst, aber die Fassade nicht dicht ist, verschwendest du weiterhin wertvolle Energie. Idealerweise läuft die energetische Sanierung von außen nach innen. Wenn die Gebäudehülle dicht ist, hast du schon viel erreicht.
  3. Auch die Kosten für die energetische Sanierung solltest du von Beginn an mitplanen. Wie willst du das Projekt finanzieren und welche Fördermittel kannst du nutzen? Zu allen Fragen der Finanzierung kannst du mit deinem Wüstenrotfinanzberater sprechen, der dir auch Tipps zu den aktuellen Fördermöglichkeiten gibt.

Was kostet die Sanierung?

Die Kosten hängen natürlich ebenfalls vom Zustand deiner Immobilie ab. Der Energiesparverband Oberösterreich hat als Beispiel eine Aufstellung für die Sanierung eines Wohngebäudes von zweimal 120 Quadratmeter Geschossfläche, elf Meter mal elf Meter Außenabmessung gemacht. Der Energieverbrauch vor der Sanierung lag bei circa 6.000 Litern Öl (teilbeheizt) im Jahr, was etwa 16 Tonnen CO2 entspricht. Bei Vollbeheizung steigt er auf 8.000 Liter. 

Das bringen einzelne Maßnahmen für die Beispiel-Immobilie bezogen auf ein Jahr:

  • Dämmung der obersten Geschossdecke:
    vor Sanierung: 3 cm Wärmedämmung
    Maßnahme: 30 cm Wärmedämmplatten
    Materialkosten (ohne Arbeit): ca. 2.500 Euro
    Energieeinsparung: 10.800 kWh (ca. 1.500 Liter Öl)

  • Fenstertausch:
    vor Sanierung: Verbundfenster
    Maßnahme: neue Fenster mit Drei-Scheiben-Wärmeschutzglas
    Material- und Arbeitskosten: ca. 15.000 Euro
    Energieeinsparung: 3.300 kWh (ca. 450 Liter Öl)

  • Dämmung der Außenwände: vor Sanierung: 30 cm Lochziegel
    Maßnahme: 16 cm Wärmedämmplatten
    Material- und Arbeitskosten: ca. 22.000 Euro
    Energieeinsparung: 21.000 kWh (ca. 2.800 Liter Öl)

Wie wird energetische Sanierung gefördert?

Die Förderungsaktion „Raus aus Öl und Gas“ wird 2021 und 2022 fortgesetzt und im Rahmen der bundesweiten Sanierungsoffensive neu aufgelegt. Die Beantragung von Fördermitteln verläuft in zwei Schritten: Erst musst du dich registrieren, anschließend kannst du einen Antrag stellen. Ab 09.02.2021 ist die Online-Registrierung möglich und du kannst Förderanträge einreichen. Die Registrierung ist möglich, solange Budget verfügbar ist, längstens jedoch bis zum 31.12.2022. Wenn du dich erfolgreich registriert hast, musst du deinen Antrag innerhalb von sechs Monaten stellen. Es werden nur Leistungen anerkannt, die ab 01.01.2021 erbracht wurden. Hier geht es zur Online-Registrierung.

Du bist fest entschlossen und willst deine Immobilie sanieren, um etwas Gutes für das Klima zu tun und deine Energiekosten zu reduzieren? Dann solltest du mit einem Wüstenrot Finanzberater über deine Pläne sprechen. Mit dem ImmoFlexKredit [1]  ab einer Summe von 50.000 Euro erhältst du nicht nur einen sicheren, sondern auch flexiblen Kredit. Denn ein Teil der Darlehenssumme ist 20 Jahre lang fix verzinst, während der andere Teil flexibel finanziert wird. So profitierst du vom aktuell niedrigen Zinsniveau. Und mit der Wüstenrot klickmal App behältst du jederzeit und an jedem Ort den Überblick über den Fortschritt deines Sanierungsprojekts – und das alles ohne lästigen Papierkram.