Richtig ausmisten:
sieben Tipps für mehr Ordnung

Spätestens wenn Keller, Dachboden, Schränke und Bettkästen aus allen Nähten platzen, ist es an der Zeit, durch Ausmisten wieder Ordnung in den Haushalt zu bringen. Mit unseren Tipps und Ideen klappt das ganz bestimmt.

© SolisImages | iStock

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Wer gerne sammelt und hortet, verhält sich keineswegs sonderlich, sondern komplett normal. Früher fuhr der Mensch mit dieser Strategie ziemlich gut: Je größer die Vorräte, desto höher die Chance aufs Überleben. Und da die Evolution nun einmal träge ist, verwundert es nicht, dass wir noch immer Dinge anhäufen. So kommt es, dass die meisten von uns von allem zu viel haben. Schränke und Regale quellen über. Das sieht nicht schön aus und nervt.

Der Trend zum Minimalismus

Die Buchläden sind voll mit Ratgebern für das Entrümpeln unseres Lebens. Marie Kondo, japanische Lifestyle-Expertin, hat sich mit ihren Büchern zum „Magic Cleaning“ den Status eines Ordnungs-Gurus erobert. Im Englischen wurde ihr Nachname mittlerweile sogar zum Verb: „to kondo“ steht für radikales Aufräumen. Die sogenannte Konmari-Methode verlangt schonungslose Ehrlichkeit mit sich selbst. Maßgeblich für ihre Anti-Chaos-Theorie ist das persönliche Glück: Behalte nur das, was dir Freude bereitet.

Egal nach welcher Methode du vorgehst – wichtig ist: Los geht es gleich heute, nicht erst in zwei Wochen

In kleinen Schritten ausmisten

Versuche nicht, an einem Tag Herrin oder Herr über das gesamte Chaos zu werden. Bastle dir kleine Pakete: ein Schublade am Vormittag, eine am Nachmittag, am Samstag die Bettkästen, am Sonntag den Kleiderschrank.

Oder mach es wie Marie Kondo: Sie geht nach Kategorien vor, nicht nach Orten. Sie nimmt sich also jeweils Kleidung, Bücher, Papierkram, Körperflegeprodukte vor, anstatt Raum für Raum oder Schrank für Schrank aufzuräumen.
So sorgst du dafür, dass du eine Teilaufgabe in kurzer Zeit erfolgreich beenden kannst. 
Das hält deine Motivation hoch.

Beginne das Aussortieren dort, wo es dir das größte Unbehagen bereitet. Dadurch ist auch die Zufriedenheit nach erfüllter Aufgabe am größten.

Die Drei-Stapel-Methode

Lege die Sachen nicht von der einen Ecke in die andere, sondern bilde drei Stapel. Auf den ersten kommen Dinge, die du behalten willst. Der zweite ist für Sachen, bei denen du dir unsicher bist. Lass den „Vielleicht“-Stapel erst mal liegen und befasse dich mit diesem ein anderes Mal. Wichtig: Lege dafür einen konkreten Termin fest, damit kein neues Chaos entsteht. Auf den dritten Stapel kommen Sachen, die wegkönnen.
Weg kann

  • was kaputt oder zu klein ist,
  • was du doppelt hast,
  • was dir eigentlich nicht gefällt, aber bisher aufbewahrt hast, weil es ein Geschenk ist,
  • wovon du gar nicht mehr wusstest, dass du es überhaupt hast, ohne dich über die Entdeckung besonders darüber zu freuen.

Die Sechs-Kisten-Methode

Eine andere Methode beschreiben die Ratgeber-Autoren Witthüser und Klapproth in „Die Wohnungsdiät“. Für diese brauchst du sechs große Kisten, in die du alles sortierst, was du nicht regelmäßig benutzt und unbedingt behalten willst. Die Kisten können auch erst einmal in der Wohnung stehen bleiben, um dich an die Bearbeitung des Chaos zu erinnern. Die sechste Kiste ist für Müll gedacht. Die anderen fünf Kisten verwendest du jeweils für Dinge,

  • an denen dein Herz hängt, auch wenn diese nicht unbedingt gebraucht werden,
  • die repariert werden müssen,
  • die du verkaufen oder verschenken willst,
  • für die du noch einen neuen Ort in der Wohnung suchen musst,
  • über die du dir noch nicht ganz klar bist.

Die Konmari-Methode

Wie oben schon erwähnt, sortiert Marie Kondo nach einzelnen Kategorien wie Kleidung, Bücher, Haushaltswaren, Kosmetik, Papierkram und so weiter.
Die Gegenstände einer Kategorie erhalten bei ihr am Ende jeweils nur einen festen Ort im Haus.

Lege alle Dinge einer Kategorie auf einen Haufen und gehe die Sachen Stück für Stück durch. Weg kommt, was du nicht gern oder nur selten nutzt. Ein „vielleicht irgendwann“ ist kein Grund etwas aufzubewahren. Nur Lieblingsstücke kehren in den Schrank zurück. 

Zum Schluss geht es ans Eingemachte: Gegenstände, die mit Erinnerungen verbunden sind. Hand aufs Herz: Machen sie uns wirklich glücklich? Verabschiede dich von Geschenken, mit denen du nichts mehr anfangen kannst. Das gilt auch für alte Konzerttickets und anderen sentimentalen Kram. Die Erinnerungen bleiben im Kopf!

Die Glücksregel gilt auch für Haushaltsgeräte: Bin ich mit der Leistung meines Staubsaugers nicht zufrieden, dann weg damit. Schaffe dir einen an, der deinen Ansprüchen wirklich gerecht wird. 

Aber auch Kondo weiß, dass der Abschied oftmals schwerfällt. Sie rät zu einem Ritual: sich bei den Erinnerungsstücken zu bedanken. Das reduziere das schlechte Gewissen.

Recycling statt Wegwerfen

Der Abschied von alten Sachen fällt dir leichter, wenn du ihnen ein neues Leben verschaffst. Wegschmeißen muss nicht sein. Biete Kleidung oder Bücher Freunden an oder spende sie an eine Hilfsorganisation. Funktionierende Gebrauchsgegenstände oder auch Bücher kannst du im Hauseingang oder auf einem erhöhten Platz am Bürgersteig mit einem „Zu- verschenken”-Schild deinen Nachbarn anbieten. Und mit einem Stand auf dem Flohmarkt, bei Ebay oder Willhaben lassen sich Klamotten, Haushaltsgeräte, Geschirr und Nippes auch noch zu Geld machen.

Einmal den Kleiderschrank auskippen

Alles auf einen Haufen: Nach der Konmari-Methode wird jedes Teil einzeln durchgegangen.
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Alles auf einen Haufen: Nach der Konmari-Methode wird jedes Teil einzeln durchgegangen.

Eine besonders knifflige Aufgabe ist das Ausmisten von Kleidung. Hier ist wichtig: Leere den kompletten Schrank auf den Boden oder das Bett. Eine tolle Gelegenheit, den Kleiderschrank innen feucht durchzuwischen. Und es zwingt dich, vor dem Wiedereinräumen jedes Kleidungsstück einzeln zu bewerten.

Lege die Kleidungsstücke, die du behältst, ordentlich gefaltet und sortiert zurück in den Schrank und die Schubladen. Sortierkönigin Kondo faltet ihre Kleidung zu Rechtecken, die sie hochkant in Schubläden aufbewahrt statt zu stapeln – so bleiben alle Stücke im Blick.

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Unterwäsche perfekt gefaltet: Marie Kondo zeigt, wie es geht. Quelle: Youtube/New York Magazine

Fazit

Unordnung beunruhigt, Ordnung beruhigt. Es hat deshalb auch eine Art therapeutischen Nutzen, sich zum unmittelbaren Aufräumen zu zwingen. Das heißt ab sofort: Die Jacke gleich auf den richtigen Haken hängen, statt sie auf den Stuhl zu werfen, und Einkaufsbons schnell wegzuwerfen oder abzuheften. Marie Kondo empfiehlt, auch kleinen Gegenständen einen festen Platz zuzuweisen. So verlegt man nie wieder Reisepass oder Geldbörse.

Vermeide unbedingt den „Jojo-Effekt” und fülle den gewonnenen Platz nicht wieder mit neuen Anschaffungen auf. Nach konsequentem Aussortieren weißt du besser, was du willst und wirst Spontankäufe in Zukunft vermeiden. Um beim Shoppen gar nicht erst in Versuchung zu geraten, sprüfe den Gegenstand der Begierde noch im Geschäft sorgfältig nach der Marie Kondo-Methode und beantworte dir die Frage: „Macht mich dieses Teil glücklich?“