Das Bullet Journal:
dein bunter Assistent

Es heißt, die Welt wird immer hektischer. Fällt es dir auch schwer, alles Wichtige auf dem Schirm zu behalten? Bullet Journals versprechen Hilfe beim Ordnen der Notizen und Gedanken. Was ist dran am Trend aus den USA?

Weit mehr als ein Terminplaner: In deinem Bullet Journal kannst du dich kreativ austoben.

Weit mehr als ein Terminplaner: In deinem Bullet Journal kannst du dich kreativ austoben.

Youtuber und Influencer schwören drauf: Das Bullet Journal habe ihr Leben verändert. Unter dem Hashtag #bujo findest du eine Flut an schnörkelig bunt gezeichneten Kalenderblättern, To-Do-Seiten und Listen. Ist das wirklich hilfreich oder nur das nächste Malbuch für Erwachsene? Tatsächlich kann ein Bullet Journal vom Kalender bis zum Tagebuch alles sein. Ob es am Ende auch hilfreich ist, liegt beim Gestalter selbst. Wir klären die wichtigsten Fragen für dich.

Woher kommt das Bullet Journal?

Der Amerikaner Ryder Carroll entwarf das erste Bullet Journal aus der Not heraus. Seit seiner Grundschulzeit litt er an ADS, dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom. Das Ordnen der eigenen Gedanken, Aufgaben und Entscheidungen stellte ihn vor größere Herausforderungen als andere. So entwickelte er die Bullet-Journal-Methode. Heute ist Ryder Carroll 37 Jahre alt, Autor des Bestseller-Handbuchs „Die Bullet-Journal-Methode“ und arbeitet erfolgreich als digitaler Produktdesigner.

Wie funktioniert es?

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Das ursprüngliche Bullet Journal, wie es Ryder Carroll erdachte, ist eher schnörkellos gestaltet. Dafür lenkt auch nichts ab. Grundlage ist ein herkömmliches Notizbuch, das je nach Geschmack liniert, kariert oder gepunktet sein kann. Dazu brauchst du einen Stift, mit dem du gut schreiben kannst, zum Beispiel einen Fineliner. Über den ersten beiden Seiten steht die Überschrift Inhalt. Die nächste Doppelseite erhält die Überschrift Future Log. Du unterteilst diese beiden Seiten mit Linien in sechs Abschnitte. In jeden Abschnitt trägst du einen Monat ein, sodass du am Ende ein halbes Jahr vor dir siehst. Hier wirst du später deine Zukunftsprojekte festhalten. Vergiss nicht, dein Future Log mit Seitenzahlen zu versehen und in das Inhaltsverzeichnis einzutragen. Auf der nächsten Seite folgt die Monatsübersicht, wo du auf einer Seite die Tage von 1 bis 30 oder 31 (im Februar natürlich nur bis 28) runterschreibst plus den jeweiligen Wochentag daneben. Auf der anderen Seite kannst du eine Liste mit To-Dos für den Monat erstellen. Auch diese Doppelseite sollte sich im Inhalt wiederfinden. Auf den nächsten Seiten kannst du jedem Tag eine Seite einräumen. Verschiedene Zeichen zeigen dir auf den ersten Blick, was an diesem Tag ansteht. Ein Punkt „.“ ist ein To-Do, ein Gedankenstrich „–“ ist eine Notiz, ein Kreis „O“ ein Termin oder Veranstaltung und ein „X“ zeigt an, dass etwas erledigt ist. Besonders wichtige Dinge kannst du mit einem Stern „*“ kennzeichnen. Manchmal nimmst du dir vielleicht zu viel vor. Dann kannst du Einträge mit einem Pfeil „>“ auf den nächsten Tag verschieben. Dies sind nur Vorschläge für Symbole. Du kannst die Liste natürlich beliebig verändern oder erweitern. Je mehr es werden, desto eher macht es Sinn, eine Legende anzulegen, die du auch im Inhalt vermerkst. Dies sind die Basics.

Welche zusätzlichen Kategorien kannst du anlegen?

Alles ist möglich: Bei der Gestaltung kannst du dich kreativ ausleben.
Photo by Estée Janssens on Unsplash

Alles ist möglich: Bei der Gestaltung kannst du dich kreativ ausleben.

Wie eingangs schon erwähnt, kannst du das Bullet Journal an deine Bedürfnisse und Interessen anpassen. So kannst du auf anderen Seiten zum Bespiel Listen mit Büchern, die du lesen möchtest, erstellen oder mit Fitness- oder Berufszielen. Ein Stimmungsbarometer kann dir langfristig zeigen, ob und wann du glücklich bist. Ein Schlaf-Log offenbart, wie viel Schlaf du brauchst, um dich fit zu fühlen. Du möchtest ein bisschen Geld sparen? Dann mach doch eine Liste mit Sparmöglichkeiten und tracke deine Ausgaben. In einem Dankbarkeitstagebuch kannst du jeden Tag festhalten, was dir heute gut gelungen ist oder worauf du stolz bist. Ein Kochplaner hilft dir, deine Einkäufe besser zu planen, damit du weniger wegwerfen musst. Für Blogger und Influencer kann sich ein Redaktionsplan lohnen. 

Woher kommen die Farben?

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Während Ryder Carroll mit einem Notizbuch und einem schwarzen Fineliner voll ausgestattet ist, sehnen sich andere nach ein bisschen mehr Farbe. Neben farbigen Finelinern und Textmarkern bieten sich sogenannte Brush-Stifte an, deren Spitze wie ein Pinsel geformt ist und deren Optik im Gegensatz zu Filzstiften weicher ist. Eigens entworfene Schriften für jede Kategorie machen dein Bullet Journal noch persönlicher. Wer sich mit Stempeln zu sehr in seine Kindheit zurückversetzt fühlt, kann stattdessen Sticker und Masking-Tape benutzen. Zahlreiche Inspirationen findest du auf Instagram und Pinterest. Aber lass dich keinesfalls unter Druck setzen, dein Bullet Journal muss kein Kunstwerk sein. Wichtig ist, dass es deine Kreativität schürt, und dir hilft, dich zu konzentrieren und geordneter durch dein Leben zu gehen.

LESETIPP

Die deutsche Erstausgabe „Die Bullet-Journal-Methode“ von Ryder Carroll ist im November 2018 erschienen bei rororo, 352 Seiten, 20 Euro (Taschenbuch), 16,99 Euro (E-Book).