Japandi:
Der neue Wohntrend 2021

Der Interior-Trend Japandi verbindet schon im Namen Japan mit Skandinavien, nämlich japanische und skandinavische Wohnkultur. Er steht für Entschleunigung, Ruhe und der Akzeptanz von Unvollkommenheit. MEIN LEBEN zeigt dir, was den Japandi-Stil ausmacht und wie du ihn ganz einfach bei dir zu Hause umsetzen kannst.

Weniger ist mehr

Japanisches Wohnzimmer

Japanisches Wohnzimmer

Der wichtigste Grundsatz, der über allem steht, lautet: Verzichte auf Unnötiges! Wenn du dich im Japandi-Stil einrichten möchtest, ist deshalb der erste Schritt Aussortieren. Wie das geht, erklärt die japanische Bestsellerautorin Marie Kondo mit ihrer Konmari-Methode. Kondo empfiehlt sich zu fragen, welche Gegenstände dir wirklich Freude bringen, und die Dinge, die dir keine Freude bringen oder keinen eindeutigen Nutzen haben auszusortieren. Neben der Reduktion setzt Japandi auf Qualität und konzentriert sich auf wenige hochwertige Designklassiker und funktionale und geradlinige Möbel.

Freude am Unvollkommenen

Wabi Sabi: die Freunde an der Unvollkommenheit

Wabi Sabi: die Freunde an der Unvollkommenheit

Dem Japandi-Stil liegt aber auch das ästhetische Konzept Wabi-Sabi zugrunde, das in der Tradition des Zen-Buddhismus steht.  Es geht um die Wertschätzung von Dingen, die nicht perfekt, unregelmäßig, unvollständig sind. Demnach regt Unvollkommenheit den Betrachter an und lässt mehr gestalterische Freiheit als ein komplett durchgestyltes Ambiente. Deshalb zeichnet sich Japandi neben Funktionalität und Einfachheit auch durch Gemütlichkeit und Persönlichkeit aus und ist nicht zu verwechseln mit dem strengen Minimalismus.

Naturmaterialien

Natürliche Materialien stehen bei Japandi im Vordergrund.

Natürliche Materialien stehen bei Japandi im Vordergrund.

Merkmal des skandinavischen Wohnstils sind helle, heimische Hölzer wie Fichte, Birke oder Kiefer. Sie wirken warm und sorgen für natürliche Frische. Auch Materialien wie Korb, Baumwolle, Leinen oder Leder sind beliebt und werden aufwändig verarbeitet. In der japanischen Einrichtung werden überwiegend dunkles Holz, Bambus, aber auch Stein und Papier verwendet. Bei Japandi kannst du alle Materialien mixen.

Schlichte Formen

Skandinavische trifft japanische Wohnkultur

Skandinavische trifft japanische Wohnkultur

Statt ausladender Formen und auffallender Muster bei Möbelstücken setzt Japandi auf klare Linien und Leichtigkeit. Eine Couch auf zarten Beinen wirkt zum Beispiel weniger massiv als eine ohne Beine. Auch schlanke Stuhl- und Tischbeine lenken den Blick auf die Linie, die in Japan auch durch die Kalligrafie Shodō eine wichtige Bedeutung hat. Wähle auch Wohnaccessoires wie Lampen und Bilder mit skulpturaler, geradliniger Form. Durch die Schlichtheit harmonieren die einzelnen Stücke und lassen sich gut miteinander kombinieren.

Leichte Möbel

Leichtigkeit: kleine Möbel auf schlanken Beinen

Leichtigkeit: kleine Möbel auf schlanken Beinen

Filigrane und eher kleine Möbel vermitteln Zurückhaltung im Raum und ermöglichen eine multifunktionale Raumordnung, da sich die Räume ohne großen Aufwand umstrukturieren lassen. Die schlichten, aber hochwertigen Eirichtungsgegenstände sind so zeitlos und können über Jahre hinweg eingesetzt werden. In Japan sind vor allem niedrige, bodennahe Möbel wie Futons üblich, die in kleinen Räumen Weite erzeugen. Kombiniere diese mit nordischen Designklassikern wie Regale von String oder einem Eames Lounge Chair.

Farbkontraste

Bei der Farbpalette des Japandistils treffen die hellen gedeckten Farben Skandinaviens auf die dunklen Töne Japans, wo auch Farben wie Grün, Terracotta, Blau, Braun oder Schwarz zum Teil in kräftiger Nuance eingesetzt werden. Aus der Mischung dieser Farbrichtungen ergeben sich interessante Kontraste, zum Beispiel, wenn du helles Holz mit dunkler Deko kombinierst. Typisch für den neuen Wohnstil sind schwarze Details in Form von Möbeln oder Accessoires. Da sie den Blick auf sich ziehen, kannst du mit schwarzen Objekten ein Statement setzen und gleichzeitig für optische Tiefe sorgen, die dem Raum eine beruhigende Atmosphäre verleiht.

Besondere Dekorationsobjekte

Dekoration mit Teeservice und Vase im japanischen Stil

Dekoration mit Teeservice und Vase im japanischen Stil

Trotz Reduktion musst du nicht komplett auf Deko und Wohnaccessoires verzichten. Mit einem Mix aus skandinavischen flauschigen Teppichen, kuscheligen Decken und Kissen und edlen japanischen Vasen, Kerzenhaltern und Paravents bekommt dein Zuhause sofort eine gemütliche Note. Achte auch darauf, dass alles, was offen im Raum steht, interessant ist und Persönlichkeit hat, etwa Erbstücke und Vintage-Objekte. Verwende bei den Accessoires Naturmaterialien und greife auch auf Handarbeit zurück. Da fernöstlich angehauchtes Geschirr in der Einrichtungsszene sehr beliebt ist, findest du schöne Keramik bei vielen großen und kleinen Händlern. Auch Pflanzen gehören zum Japandi-Stil. Denn sie sorgen für eine beruhigende Atmosphäre.