Energiemix:
So gewinnt Österreich seinen Strom

Österreich deckt seinen Strombedarf schon heute zu mehr als 75 Prozent aus erneuerbaren Energien und liegt damit im europäischen Vergleich auf dem zweiten Platz.

Auch in Österreich sind die Veränderungen des Klimas zu spüren. Die Sommer werden heißer und trockener. Wir müssen mit etwa doppelt so vielen Tagen über 30 Grad Celsius rechnen als bisher. Die Winter werden Schnitt weniger kalt und schneereich sein. In der Folge des Temperaturanstiegs ist mit häufigeren und größeren Mengen von Niederschlägen im Alpenraum zu rechnen. Es wird mehr Hagel, aber auch mehr Dürreperioden geben.

Ziel der #mission2030 der österreichischen Klimapolitik ist es, die Emission von Treibhausgasen bis 2030 zu reduzieren – und zwar um 36 Prozent gegenüber dem Jahr 2005. Langfristig geht es um den Ausstieg aus der fossilen Energiewirtschaft: Das bedeutet 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energiequellen und „Raus aus Öl“, wenn es um das Heizen von Wohnräumen geht. Dabei soll natürlich weder die Versorgungssicherheit noch die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Österreich gefährdet werden.

Heute hat der Strom einen Anteil von 20 Prozent (2019) am Endenergieverbrauch in Österreich. Rund drei Viertel des in Österreich erzeugten Stroms stammen aus erneuerbaren Energiquellen (zu 60,2 Prozent aus Wasserkraft und zu 15,8 Prozent aus Wind, Biomasse und Photovoltaik) und 24 Prozent aus fossilen Energiequellen (Öl und Gas). Um auf die angestrebten 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen zu kommen, müssen wir nach Berechnung von Österreichs Energie, dem Branchenvertreter der österreichischen Energiewirtschaft, rund 27 Milliarden Kilowattstunden mehr sauberen Strom erzeugen als heute, zusätzlich müssen Netze und Speichersysteme ausgebaut werden, um die hohe Versorgungssicherheit zu erhalten.

An zweiter Stelle in Europa

Im europäischen Vergleich liegt Österreich mit seinem Anteil von gut 75 Prozent an erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf dem zweiten Platz hinter Norwegen und damit auch weit über dem Durchschnitt der anderen EU-Länder von 32,1 Prozent (im Jahr 2018). Auch Norwegen bezieht den größten Teil seines Stroms aus der Wasserkraft (93,5 Prozent). Diese wird ergänzt durch Windenergie und thermische Kraftwerke (Stand: April 2019).

Wie unterschiedlich der Strommix in den einzelnen Mitgliedsländern ausfällt, zeigt der Vergleich mit dem Nachbarland Deutschland. Hier spielt Wasserkraft praktisch keine Rolle, dafür aber Wind- und Sonnenenergie. Den größten Teil seines Stroms (47 Prozent) gewinnt Deutschland aber immer noch aus fossilen Energieträgern wie Kohle und Öl.