Sicher fahren im Herbst:
Darauf müssen Autofahrer jetzt achten

Wildwechsel, Nebel, Laub und Glätte: Der Herbst ist für Autofahrer eine anspruchsvolle Jahreszeit.

Der Herbst bringt tolle Farben mit sich. Für Autofahrer aber wird es nun tückisch. Sie müssen nun besonders vorsichtig fahren.
© Unsplash: Calin Stan

Der Herbst bringt tolle Farben mit sich. Für Autofahrer aber wird es nun tückisch. Sie müssen nun besonders vorsichtig fahren.

Die wichtigste Vorbereitung auf das Autofahren im Herbst sind die Winterreifen. Vom 1. November bis 15. April sind diese in Österreich Pflicht. Am besten merkst du dir „Von O bis O“ – von Oktober bis Ostern. In höheren Gebieten kann es auch schon im Oktober am Abend und in den frühen Morgenstunden zu Bodenfrost kommen. Winterreifen steigern die Bremskraft und damit auch die Sicherheit. Wenn du die Winterreifen nicht selbst aufziehst, sondern die Arbeit der Werkstatt überlässt: Lass am besten gleich einen Wintercheck machen, der auch Ersatzbeleuchtung und das Reserverad kontrolliert. Darauf solltest du beim Fahren im Herbst noch achten:

Richtig reagieren bei Wildwechsel

Achtung Wildwechsel! In der Morgen- und Abenddämmerung sind die Tiere besonders aktiv.
© Pixabay: 12019

Achtung Wildwechsel! In der Morgen- und Abenddämmerung sind die Tiere besonders aktiv.

Laut einer Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) verzeichnet Österreich jährlich mehr als 76.000 Wildunfälle. Rechnerisch ereignet sich somit alle sieben Minuten ein Verkehrsunfall mit einem Wildtier. Im vergangenen Jahr verletzten sich dabei 310 Personen. Besonders an Orten, wo die Straße die Grenze zwischen Feld und Wald bildet, ist die Chance auf Wildwechsel hoch. Zwischen 5 und 7 Uhr sowie zwischen 20 und 23 Uhr steigt die Chance zusätzlich. „Es ist besonders wichtig, die Gefahrenzeichen ‚Achtung Wildwechsel‘ ernst zu nehmen“, erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV. Denn die Kraft, mit der ein ausgewachsener Rothirsch bei Tempo 60 auf ein Auto prallt, entspricht etwa dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten. Thann empfiehlt: „Neben erhöhter Wachsamkeit ist es wichtig, die Fahrgeschwindigkeit entsprechend anzupassen.“

„Es ist besonders wichtig, die Gefahrenzeichen ‚Achtung Wildwechsel‘ ernst zu nehmen“Othmar Thann, Direktor des KFV

Kommt es zum Wildwechsel, solltest du eine Vollbremsung einlegen. Drücke ein paar Mal auf die Hupe, da manche Tiere von den Scheinwerfern geblendet stehen bleiben. Versuche auf keinen Fall auszuweichen! Das führt schnell zur Landung im Straßengraben. Falls es doch zur Kollision kommt und das Tier verletzt wird, musst du die Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage einschalten, Unfallweste anziehen, Pannendreieck aufstellen und anschließend die Behörden informieren. Gegen finanzielle Schäden durch Wildunfälle kannst du dich übrigens bei Wüstenrot mit einer Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung absichern.

… und plötzlich war da die Nebelwand

Schlechte Sicht: Bei Nebel solltest du runter vom Gaspedal.
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Schlechte Sicht: Bei Nebel solltest du runter vom Gaspedal.

Vor allem im Gebirge können sich Wolken auch mal direkt auf die Straße legen – und das sogar ziemlich plötzlich. Aber auch in der Nähe von Gewässern oder Tallagen wie dem Grazer Becken kann es schnell zu Nebel kommen. Achte in diesem Fall auf drei Gebote:

  1. Geschwindigkeit reduzieren
  2. Abblendlicht einschalten und
  3. Abstand zum Vordermann reduzieren.

Die Nebelschlussleuchten darfst du nur einschalten, damit dein Auto bei schlechten Sichtverhältnissen für nachkommende Fahrzeuge erkennbar ist. Sobald ein Fahrzeug aufschließt, musst du sie wieder abschalten, da du die Fahrerin oder den Fahrer sonst blendest. Auf einigen Straßen helfen Nebelpunkte, die in einem Abstand von 33 Metern angebracht sind. Kommt Nebel auf, geben zwei Punkte eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 60 km/h vor und ein Punkt auf 40 km/h.

Laub und Glätte

Vorsicht: Laub und Regen können zu einer gefährlichen Rutschpartie führen.
© Pixabay: Stocksnap

Vorsicht: Laub und Regen können zu einer gefährlichen Rutschpartie führen.

Wenn sich altes Laub auf der Straße mit Nässe paart, entsteht eine rutschige Masse gegen die kein Reifen eine Chance hat. Selbst Autos mit ESP und ABS kommen dagegen nur schlecht an. Auch hier lautet die goldene Regel: Vorausschauend und lieber etwas langsamer fahren. Vermeide außerdem starke Bremsmanöver. Wenn der Wagen trotzdem rutscht, solltest du sofort den Fuß vom Gaspedal nehmen, auskuppeln, schnell in die richtige Richtung lenken und vorsichtig bremsen. Eine zu starke Bremsung kann den Effekt verstärken.

Scheibenwischer kontrollieren

Gute, schlierenfreie Sicht: Überprüfe deine Scheibenwischer vor der Fahrt, damit du auch bei Regen gute Sicht hast.
© Robert Bosch GmbH

Gute, schlierenfreie Sicht: Überprüfe deine Scheibenwischer vor der Fahrt, damit du auch bei Regen gute Sicht hast.

Herbstwetter heißt Schmuddelwetter. Und damit du auch bei strömenden Regen den Durchblick hast, kontrollierst du am besten schon vor einer Fahrt deine Scheibenwischblätter. Diese sollten keine Schlieren ziehen und die gesamte Länge abdecken. Unser Tipp: Flachbalkenwischer. Die Wischer kommen ohne den üblichen Metallbügel aus und schmiegen sich der Scheibe besonders gut an. Das steigert die Wischkraft und die Wischer verschleißen gleichmäßiger. Befüll den Wischwassertank außerdem rechtzeitig mit einem Frostschutzzusatz und sorge, wenn du viel unterwegs bist, für Nachschub im Kofferraum.

Versicherungen überprüfen

Das A und O beim Autofahren unter widrigen Wetterbedingungen ist ein guter Versicherungsschutz. Neben einer Teil- oder Vollkaskoversicherung ist unter anderem eine Lenker-Unfallversicherung empfehlenswert. Was diese Versicherungen absichern und welcher Schutz noch sinnvoll ist, erfährst du hier: Startklar: So sichern sich Fahranfänger richtig ab.