Mieten und los:
Mit dem E-Scooter auf der Überholspur

In immer mehr Städten kannst du für kurze Strecken zwischendurch Elektro-Tretroller mieten. Wir sagen dir, wo und wie das geht.

Kein Kinderkram: Elektro Tretroller erobern die Städte und sind auch bei Geschäftsleuten beliebt.

Kein Kinderkram: Elektro Tretroller erobern die Städte und sind auch bei Geschäftsleuten beliebt.

Sie heißen Lime, Hive, Bird oder Arolla – dabei handelt es sich keineswegs um neue Eissorten oder die Modefarben des Sommers. Es sind die Namen jener jungen Firmen, die in Wien, Innsbruck, Graz, Linz oder Klagenfurt die angesagten E-Scooter verleihen.

E-Scooter, das sind die kleinen, auf den ersten Blick wie große Kinderroller aussehenden Tretroller mit Elektromotor, die in vielen Metropolen von Paris bis Tel Aviv bereits das Stadtbild prägen – und immer beliebter werden, jedenfalls auf der Seite der Nutzer. Denn es ist so bequem: einfach schnell einen E-Scooter ausleihen, wenn der Weg von der Straßenbahn nach Hause doch zu lang ist oder der Gang durch die City zu anstrengend wird. Der E-Scooter ist das Gefährt für kurze Strecken zwischendurch.

Nicht laufen, sondern cruisen

Der österreichische Vermieter Arolla ist bereits in Linz und Wels unterwegs.
© AROLLA

Der österreichische Vermieter Arolla ist bereits in Linz und Wels unterwegs.

Allein in Wien findest du schon rund 6.000 E-Scooter zum Ausleihen. Und immer mehr Verleiher bringen ihre Roller in die Städte. Einer der größten Anbieter ist Lime, ein amerikanisches Startup, dessen grün-weiße E-Scooter mit als erste durch Wien flitzten.

Inzwischen tummeln sich immer mehr Anbieter auf dem österreichischen Markt. Neben Lime, Bird und Tier Mobility, sind in Wien auch die Mobil-Scooter-Verleiher Wind/Byke, Hive und Circ am Start. Der Anbieter Arolla aus Oberösterreich will nach Linz und Wels den Betrieb auch in Wien, Salzburg, Innsbruck und Graz aufnehmen. Durch die Straßen von Villach, Linz, Innsbruck und Klagenfurt rollen bereits E-Scooter von Tier. Das Unternehmen gehört zu den größten europäischen Anbietern.

Suchen, finden, ausleihen

Das Smartphone als Schlüssel: App laden, Kreditkarte hinterlegen und los geht's!

Das Smartphone als Schlüssel: App laden, Kreditkarte hinterlegen und los geht's!

Wie du einen dieser elektrischen Stadtflitzer ausleihen kannst? Zunächst musst du eine kostenlose App auf dem Smartphone installieren, dich registrieren und eine Kreditkarte angeben. Dann kannst du auch schon losfahren. Die App zeigt dir, wo verfügbare E-Scooter auf dich warten. Hast du einen in der Nähe gefunden, musst du nur noch über die App den QR-Code am E-Scooter scannen, und die Fahrt kann beginnen. Die Modalitäten sind bei allen Anbietern ähnlich. Meist kostet es einen Euro, um den E-Scooter freizuschalten, ab dann wird pro Minute abgerechnet. Zahlst du zum Beispiel pro Minute 15 Cent, dann sind das für 30 Minuten Rollerspaß 5,50 Euro.

Eine Ausnahme macht hier der oberösterreichische Anbieter Arolla, der nach Linz und Wels nun auch Wien mit 600 Scootern erobern will. Graz und Innsbruck sollen folgen. Arolla positioniert sich als günstiger Anbieter. Die Fahrt mit dem elektrischen Tretroller kostet für die ersten fünf Minuten einen Euro und danach zehn Cent für jede weitere Minute. Auch die Entsperrgebühr von einem Euro fällt nicht an. Rechnen soll sich das, indem Arolla seine Scooter von einem wie es heißt „alternativen Anbieter“ ordert. Den Markt der Elektroroller beherrschen neben Segway überwiegend Hersteller aus Fernost.

Mit Schwung durch die City

Also alles ganz einfach? Eben nicht, denn für E-Scooter gibt es inzwischen strenge Regeln, über die du dich vor dem Losrollern informieren solltest. Grundsätzlich ist es in Österreich verboten, Gehsteige und Gehwege zu befahren. Mit dem E-Scooter musst du auf dem Radweg fahren, ist keiner vorhanden, heißt es auf die Fahrbahn ausweichen. Faustregel: Überall, wo du mit dem Fahrrad fahren darfst, hat auch der E-Scooter freie Fahrt. Doch keine Regel ohne Ausnahme. Rollern in Fußgängerzonen, Wohnstraßen und Begegnungszonen ist mit dem E-Scooter erlaubt, sofern du eine an den Fußgängerverkehr angepasste Geschwindigkeit einhältst. Das gilt jedenfalls für jene E-Scooter, die nicht schneller als mit 25 km/h unterwegs sind oder eine Motorleistung von 600 Watt haben. Mancherorts, wie zum Beispiel in Innsbruck, gibt es für E-Scooter eine zusätzliche Geschwindigkeitsbegrenzung. Außerdem darfst du auf dem E-Roller nur alleine fahren. Dein Freund oder deine Freundin müssen sich also selbst einen Roller ausleihen.

Sicherheit hat Vorfahrt

Nummer sicher: Mit Helm und auf dem Radweg fährt man am besten.

Nummer sicher: Mit Helm und auf dem Radweg fährt man am besten.

Für die bis zu 25 km/h schnellen Roller brauchst du keinen speziellen Versicherungsschutz. Aber Achtung – obwohl kinderleicht und unkompliziert, ist Roller fahren mit Strom nicht ungefährlich. Das haben steigende Unfallzahlen und die ersten schweren Unfälle bereits gezeigt. Deshalb solltest du auf jeden Fall zu deiner eigenen Sicherheit einen Helm tragen.

Zwar sind die Roller mit einer Scheibenbremse ausgestattet und haben vorne und hinten ein Licht. Doch sind sie ziemlich flott und gleichzeitig leise unterwegs und werden daher von anderen Verkehrsteilnehmern leicht übersehen oder überhört. Ein selbst verschuldeter Unfall kann schnell teuer werden, weshalb eine Haftpflichtversicherung ratsam ist. Wenn du häufig mit einem Leih-Scooter in der Freizeit unterwegs bist oder gar einen eigenen E-Roller besitzt, dann solltest du dich unbedingt über eine private Unfallversicherung informieren. Denn die gesetzliche deckt Folgekosten eines Unfalls nur dann ab, wenn dieser sich am Arbeitsplatz oder auf dem Arbeitsweg ereignet. Ein schwerer Unfall kann aber gehörige Folgekosten nach sich ziehen. Mit der Wüstenrot Unfallvorsorge kannst du dich und deine Familie vor den finanziellen Folgen eines Unfalls absichern.

Flitzen ohne Regeln läuft nicht

Unbegrenzt mit dem E-Scooter durch die Stadt zu cruisen, ist nicht ohne weiteres möglich. Ein wenig Planung vor der Fahrt ist ratsam. Denn die Reichweite der E-Scooter ist begrenzt, die meisten Stromroller haben eine Reichweite von bis zu 50 Kilometern. Über den Ladezustand des Akkus informierst du dich auch über die App des Anbieters. Grenzen werden dem Rollerfahrer zudem durch die strengen Auflagen der Betreiber gesetzt, wenn es darum geht, wo und wann du ihre Scooter nutzen darfst.

Jeder Anbieter weist eine spezielle Zone aus, in der die E-Scooter gefahren und geparkt werden dürfen. Sie sind leicht in der App zu erkennen. Hier siehst du auch, in welchen Zonen der Stadt der E-Scooter auf keinen Fall abgestellt werden darf. So wollen die Städte verhindern, dass überall auf den Gehwegen zurückgelassene Roller liegen. Auch die Anbieter unterstützen dies: Wenn du einen Leihroller außerhalb der Zone des jeweiligen Anbieters abstellst, kann es teuer werden. Bis zu 100 Euro berechnen einzelne Anbieter, wenn das passiert. Spätestens um 23 Uhr ist für den E-Scooter-Fahrer dann Feierabend, denn über Nacht sammeln die Anbieter ihre Fahrzeuge ein, um die Akkus aufzuladen.

Wenn du regelmäßig einen E-Scooter ausleihst, und womöglich noch Tag für Tag dieselbe Strecke damit fährst, solltest du überlegen, ob du dir nicht gleich einen der zwischen 300 und 600 Euro teuren E-Scooter zulegst. Worauf du dabei achten solltest, werden wir dir demnächst hier im Magazin genauer erklären.