Mardergefahr? So schreckst du die Tiere vom Auto ab

Kurzschluss, Bremsschäden oder ein kaputter Kühler: Wenn dein Auto ausfällt, kann das daran liegen, dass ein Marder eingezogen ist. Wir zeigen, wie du dich schützen kannst.

Eigentlich ganz niedlich: Marder in freier Wildbahn

Eigentlich ganz niedlich: Marder in freier Wildbahn

Frühlingszeit ist Paarungszeit – das gilt für Marder genauso wie für viele andere Tiere. Und Paarungszeit – das heißt Revierkämpfe mit oft handfesten Folgen: Im Frühjahr steigt die Gefahr von Marderschäden am Auto. Zerbissene Kabel, zerfetzte Gummischläuche oder defekte Dämmmatten sind das Ergebnis, wenn Marder eine Familie gründen wollen. Dann müssen Österreichs Pannenhelfer oft ausrücken, weil Fahrzeuge nach einer Marderattacke liegen geblieben sind.

Marder folgen dem Menschen

An solchen Schäden sind wir Menschen oft selber Schuld. Denn der Marder profitiert von unserer Sorglosigkeit. Das eigentlich hübsch anzusehen Tier ist ein Verwandter des Hundes und folgt dem Menschen bis in die Stadt. Hier findet es Nahrung und Unterschlüpfe. Zum Beispiel in einem Fahrzeug. Bei nächtlichen Streifzügen ist der warme Motorraum ein beliebter Aufenthaltsort und dient auch als Depot für Nahrungsreserven. Gern knabbern die verspielten Tiere dann an Kunststoffen und anderen appetitlichen Materialien herum. Dabei markieren Mardermännchen ihr Revier mit Duftstoffen und Exkrementen.

32 Tatwerkzeuge

Pendeln Autos unbeabsichtigt zwischen zwei verschiedenen Marderrevieren und parken über Nacht im Freien, dann können sie wahre Revierkämpfe auslösen. Mit ihren 32 scharfen Zähnen attackieren die Männchen ihre Widersacher und alles, was nach Konkurrenz aussieht oder riecht – und damit auch das Auto aus dem fremden Revier. Dämmstoffe, Zündkabel oder Schläuche, die Scheibenwaschanlage oder die Verbindungen der Lambdasonde im Katalysator fallen den Attacken zum Opfer. Das Problem dabei: Fahrerin und Fahrer bemerken den Marderbiss oft nicht sofort. Denn die spitzen Zähne der Tiere hinterlassen nur sehr kleine Einstiche. Ummantelungen aus Hartkunststoff für Zünd- und andere Elektrokabel schützen vor Verbiss. 

Auch Dachböden sind ein beliebter Aufenthaltsort: Marder mit Beute

Auch Dachböden sind ein beliebter Aufenthaltsort: Marder mit Beute

Zugang verschließen

Wie aber verhinderst du, dass die Marder überhaupt ins Auto gelangen? In den Motorraum kommen die Tiere meist über die Radkästen oder die untere Motorabdeckung. Diese Zugangsstellen kannst du durch Borstenvorhänge oder Bleche verschließen lassen. Passende Motorraum-Abschottungen verhindern, dass Marder den Weg zu Kabeln und Schläuchen finden. Aber Achtung: Marder sind nicht nur sehr neugierig. Sondern sie schlüpfen mühelos durch kleine Öffnungen, obwohl sie bis zu 70 Zentimeter lang werden. 

 

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Vergrämen durch Geruch

Viele Autobesitzer lassen sich etwas anderes einfallen: Hunde- oder Katzenhaare, Mottenkugeln oder Mardersprays und -stäbchen am Auto sollen Marder durch für sie unangenehme Gerüche zu vertreiben. Diese Mittel sind allerdings nicht besonders erfolgreich. 

Erschreckende Flaschen

Auch so genannte Marderflaschen wirken nur begrenzt: Manche Autobesitzer stellen und hängen wassergefüllte Plastikflaschen rund um das Auto. Die Spiegelungen der Flaschen sollen das Tier irritieren und verschrecken. Weil Marder nachtaktiv sind, müsstest dafür jedoch nachts eine ausreichende Beleuchtung am Auto gewährleistet sein.

Unangenehme Töne

Erfolgreicher ist die akustische Abschreckung: Marder hören wie Hunde sehr gut, hochfrequente Ultraschallwellen können deshalb für sie unangenehm sein. Theoretisch schrecken solche Ultraschall-Apparate die Tiere ab. Doch in der Praxis kann es passieren, dass sich Marder an die Töne gewöhnen. 

Elektroschocks

Eine eher rabiate Methode sind Elektroschocks. Dafür werden Kontaktplättchen aus Metall am Motorraum befestigt. Beim Kontakt bekommt der Marder einen Schlag. Der ist zwar unagenehm, schadet dem Marder jedoch nicht, sondern ruft eine Fluchtreaktion hervor. Für Menschen sind solche Anlagen ungefährlich, weil sie abgeschaltet werden, wenn die Motorhaube geöffnet wird.

Abschreckung durch Sauberkeit 

Marder sind clever und begreifen schnell, was eine wirkliche Gefahr darstellt und was nicht. Daher solltest du verschiedene Vergrämungsmethoden einsetzen. Einen sehr simpler Schutz ist Sauberkeit. Bei Mardergefahr solltest du das Auto regelmäßig in die Waschanlage fahren und dort auch den Unterboden gründlich reinigen, denn der Mardergeruch lockt weitere Tiere an. Hat der Marder zugeschlagen, solltest du außerdem eine Motorwäsche durchführen lassen, um auch dort eventuelle Gerüche zu beseitigen.