Intensiv, schnell, urban -
3x3-Basketball

Die schnelle Basketball-Variante 3x3 wird immer populärer. Der Basketballer Moritz Lanegger ist das Gesicht des Trendsports in Österreich. Er erklärt uns die Unterschiede zum traditionellen Basketball, was ihn am 3x3 begeistert und welche Potenziale der Sport hat.

Basketball-Profi Moritz Lanegger wechselte zu 3x3

Basketball-Profi Moritz Lanegger wechselte zu 3x3

3x3-Basketball, auch „Drei gegen Drei“ genannt, ist eine Variante des traditionellen Basketballs. Anstatt fünf SpielerInnen pro Mannschaft spielen hier jeweils nur drei auf einen Korb gegeneinander. Der Sport hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Seit 2012 finden 3x3-Weltmeisterschaften statt. 2017 wurde in den USA die Profiliga „Big3“ ins Leben gerufen. Bei den Olympischen Spielen in Tokio ist der Trendsport erstmals als eigene Disziplin vertreten. Auch in Österreich wird der Sport immer beliebter.

Moritz, du hast fast 15 Jahre im traditionellen Basketball auf hohem Niveau gespielt. Seit Sommer 2020 spielst du professionell 3x3-Basketball. Was sind die wichtigsten Unterschiede zum traditionellen Basketball?

3x3-Basketball kommt vom Streetball, also Straßenbasketball auf einem Platz draußen oder in einem Käfig. Es ist ein bisschen so, wie viele mal mit dem Basketball angefangen haben: Ball nehmen, auf den Platz gehen und spielen. Beim 3x3 gibt es aber klare Regeln. Gespielt wird auf einen Korb und ungefähr auf der Hälfte eines regulären Basketballfelds. Ein Spiel dauert 10 Minuten oder 21 Punkte, was zuerst erreicht wird. Der Ball ist etwas kleiner. Generell ist das Spiel härter und schneller als beim traditionellen Basketball. Das Schöne am 3x3-Basketball ist, dass man es überall spielen kann. Es ist ein Freiluftsport. Wir haben am Strand von Tel Aviv gespielt und auf dem Hauptplatz in Graz. Einmal sogar in einer Höhle: dem Dom am Berg in Graz. Wenn es stark regnet oder ein Unwetter kommt, gibt es bei großen Turnieren immer auch eine Ausweichmöglichkeit in der Halle. Aber eigentlich wird einfach dort gespielt, wo die Leute sind. Der Sport geht zu den Menschen und muss die Menschen nicht in die Halle bekommen. Das ist meiner Meinung nach auch ein Grund für seine Popularität.

Moritz Lanegger war bis 2020 erfolgreicher Profi in Basketball-Ligen in Österreich, Dänemark, England und Spanien. Von 2011 bis 2015 spielte der Grazer beim 9-fachen österreichischen Meister BK Klosterneuburg. 2015 wurde er als bester Verteidiger der österreichischen Basketball-Bundesliga ausgezeichnet. Im Sommer 2020 wechselte er vom traditionellen Basketball zu 3x3 und spielt seitdem als Profi. Der 31-Jährige bereitet sich derzeit mit seinen österreichischen Teamkollegen auf die 3x3-Europameisterschaft im September in Paris vor.

Wie populär ist 3x3-Basketball in Österreich?

Streetball oder das traditionelle Basketball waren in Österreich schon immer beliebt. Wenn man durch Wien oder Graz geht, sind die Freizeitfelder immer belegt. Der traditionelle Basketball hat es aber in Österreich nie geschafft, dass sich die Leute auch die österreichische Bundesliga anschauen. Mit 3x3 können wir jetzt mehr Leute erreichen. Und natürlich spielen da auch unsere Erfolge eine Rolle. Wir haben uns jetzt zum zweiten Mal nacheinander für eine Europameisterschaft qualifiziert. Das ist der österreichischen Nationalmannschaft im traditionellen Basketball seit 40 Jahren nicht gelungen.

Wo fühlst du dich wohler – beim 3x3 oder beim traditionellen Basketball?

Mittlerweile beim 3x3. Beim traditionellen Basketball hat man einen Spezialisten, der wirft, einen, der den Ball verteilt oder einen, der unter dem Korb ist. Beim 3x3 dagegen muss man Allrounder sein. Weil alles so schnell geht, die Spielsituationen permanent wechseln, muss jeder Spieler jede Position besetzen können. Und das mag ich.

Leider konnte sich das österreichische Team nicht für Olympia in Tokio qualifizieren. Wie wichtig ist es, dass der Sport olympisch ist?

Ja, für Tokio haben wir uns nicht qualifiziert. Es ist aber sehr wichtig, dass 3x3 als Disziplin dabei ist. Das wird die Aufmerksamkeit enorm steigern. Ich glaube, dass 3x3 auch bei der Olympiade eher eine Nischensportart ist. Das traditionelle Basketball dagegen bleibt eine der Hauptsportarten. Aber ähnlich wie beim Beachvolleyball im Verhältnis zum Volleyball sprechen wir mit 3x3 ein jüngeres Publikum an.

Fiba 3x3 OQT – Olympic Qualifier Tournament in Graz

Fiba 3x3 OQT – Olympic Qualifier Tournament in Graz

Ihr trainiert gerade für die 3x3-Europameisterschaft in Paris im September. Welche Chancen rechnet ihr euch aus und wer ist für dich der Favorit?

Bei der letzten 3x3-Europameisterschaft in Ungarn haben wir den Vize-Weltmeister Lettland geschlagen und sind am Ende sechster geworden. Das war ein unheimlich großer Erfolg für uns. Da haben wir gemerkt: Österreich kann die wichtigsten Turniere spielen und dabei erfolgreich sein. Es ist schwer zu sagen, wer der Favorit sein könnte. Alle Teams sind sehr eng zusammen. In Paris haben die Franzosen vor Heimpublikum am Eiffelturm natürlich einen Vorteil. Aber Serbien, Litauen oder die Niederlande haben alle starke Teams. Wir haben schon gegen fast jedes Team, das teilnimmt, gewonnen. Wir werden uns nicht verstecken. Wir sind dabei, um erfolgreich zu sein und um Medaillen zu gewinnen. 

Wie siehst du die Zukunft von 3x3?

Ich glaube, dass es sehr groß werden kann. Die Sportart ist noch jung. Sie kommt einfach gut bei Zuschauern und Spielern an. Es ist ein physischer, schneller, urbaner Sport mit guter Musik und lässigem Umgang – das gefällt den Leuten. Und man muss nicht so viele Regeln kennen wie beim traditionellen Basketball. Man kann es einfach schauen und genießen.

 

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