Der Weg ist das Ziel – die fünf schönsten Bahnstrecken Österreichs

Die Mehrheit der Österreicher verbringt heuer den Sommerurlaub im eigenen Land. Mit der Bahn kannst du entspannt die heimischen Landschaften entdecken. Wir haben fünf Strecken ausgewählt, bei denen die Fahrt zum Erlebnis wird.

Bahnreisen: entspannt die Aussicht genießen

Bahnreisen: entspannt die Aussicht genießen

Österreicher sind in der EU Spitzenreiter beim Bahnfahren. Mehr als 2000 Kilometer ist jeder durchschnittlich pro Jahr mit der Bahn unterwegs. Fährst du mit der Bahn in den Sommerurlaub, kannst du von Anfang an abschalten. Auf den unten beschriebenen Strecken kommt Urlaubsfeeling garantiert schon bei der Anfahrt auf. Aber auch von deinem Urlaubsort aus kannst du sie für Ausflüge nutzen. Manch romantischen Ausblick wirst du von Postkarten, Briefmarken oder Banknoten wiedererkennen. Einsteigen, Zurücklehnen und Aussicht genießen.

Semmeringbahn: Die Wiener Alpen

Das Viadukt "Kalte Rinne" an der Semmeringbahn

Das Viadukt "Kalte Rinne" an der Semmeringbahn

Zur Eröffnung im Jahr 1854 fuhr Kaiser Franz Joseph I. die Strecke, die Österreichs Hauptstadt an den Süden anbindet. Die Semmeringbahn war seinerzeit eine technische Meisterleistung und ist als erste Hochgebirgsbahn Europas Unesco-Weltkulturerbe. Sie führt von Gloggnitz südlich von Wien über den Semmering-Pass bis nach Mürzzuschlag in der Steiermark. Auf 41 Kilometern geht es durch 15 Tunnels und über mehr als 16 Viadukte und 100 Brücken durch abwechslungsreiche Alpenlandschaft. Im Informationszentrum an der Station Semmering erfährst du alles über die Geschichte der Zugstrecke. Die legte auch den Grundstein für den Tourismus in der Region. Historische Hotels und Villen zeugen von dieser Zeit. Wer aktiv werden will, kann von Semmering aus zahlreiche Wanderwege erkunden. Entlang der Trasse führt ein Bahnwanderweg. An den zahlreichen Haltestellen kannst du nach Belieben zu- oder aussteigen. Das Viadukt „Kalte Rinne“ – 184 Meter lang und 46 Meter hoch – lässt sich am besten von einem Aussichtspunkt namens „20-Schilling-Blick“ fotografieren. Das Motiv war einst auf der entsprechenden Banknote abgebildet. Für Tagesausflüge perfekt – denn dank der Semmeringbahn kommen Wanderer schnell wieder zurück nach Wien.

Mariazeller Bahn: Unterwegs mit dem Ötscherbär

Die erste Klassen bietet Panoramawagen: die Mariazeller Bahn
©Niederösterreich Bahnen

Die erste Klassen bietet Panoramawagen: die Mariazeller Bahn

Von der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten bis nach Maria Zell in der Obersteiermark: Über 25 Haltestellen und 84 Kilometer fährt die Mariazellerbahn vorbei am Naturpark Ötscher-Tormäuer. „Himmelstreppe” heißt der Zug ganz unbescheiden.
Die Strecke bietet vielfältige Möglichkeiten für Ausflüge: Wandern in den Voralpen und in einer Klamm oder gemütliches Landschaftsschauen auf der Sesselbahn, die auf die Spitze der 1626 Meter hohen Gemeindealpe führt. Wer die Aussicht aus dem Zug besonders genießen will, kann Spezialtickets erstehen: Im verglasten Panoramawagen stört nichts den Blick auf die Kalkalpen und das Bergmassiv Ötscher, das dem Naturpark seinen Namen gibt. Nostalgie-Fans kommen bis Ende September im "Ötscherbär" auf ihre Kosten. In restaurierten Waggons, gezogen von einer Elektrolokomotive – und manchmal sogar von einer Dampflok – geht es auf 30 Kilometern durch 16 Tunnels, über neun Viadukte und sieben Brücken. Die Mariazellerbahn endet im gleichnamigen Wallfahrtsort, der mit der römisch-katholische Basilika einer der bedeutendsten Europas ist.

Vorbei an Bad Gastein: die Tauernbahn

iframe width="200" height="113" src="https://www.youtube.com/embed/cijEUe0ESxw?feature=oembed&autoplay=1&rel=0" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen>

Lust auf die Tauernbahn? Hier kannst du im Führerstand mitfahren.

Bad Gastein: Der Ort steht für eine abwechslungsreiche Geschichte. Kurort und Oase für die Schönen und Reichen, später Leerstand und Verfall und Wiedergeburt als „Berlin der Berge“. Kaum ein touristisches Zentrum Österreichs hat ähnliche Berg- und Talfahrten durchlebt. Revitalisierungspläne sorgten zuletzt für eine neue Aufbruchsstimmung im Ski-WM-Ort von 1958.
Neben all dem Auf und Ab gibt es aber auch eine Konstante: Den Zug, der unentwegt die Tauernbahn entlang tingelt. Und das seit 116 Jahren. Von Schwarzach-St. Veit (Salzburg) bis nach Spittal-Millstättersee (Kärnten) schlängeln sich die Waggone und kommen auf ihrem Weg auch in Bad Gastein vorbei. Die Strecke ist wunderschön, liegen die Schienen doch hoch oben über dem Gasteinertal. Als Mitfahrender genießt du die volle Pracht der Pongauer Bergwelt, während du über wunderbar in die Landschaft integrierte Viadukte rollst.
In Fahrtrichtung Süden folgt nach Bad Gastein die Fahrt durch den Tauerntunnel. Und auch auf der Kärntner Seite des Alpenhauptkamms hat die Strecke einiges zu bieten. Allen voran die baulich wunderschöne Falkensteinbrücke, die mit 396 Metern die längste Brücke der Tauernbahn.

Schafbergbahn

Zum Schafberg gehts mit dem Zahnradbahn
© Salzburg Tourismus AG

Zum Schafberg gehts mit dem Zahnradbahn

Manchmal wird es dann doch zu steil: Auf den zwischen Salzburg und Oberösterreich gelegenen 1782 Meter hohen Schafberg kommt die Bahn nur per Zahnrad. Los gehts am Wolfgangsee. Auf den hast du von der Bergstation einen herrlichen Blick. Eine halbe Stunde dauert die Fahrt, es geht durch Wälder, an Felswänden vorbei, durch zwei Tunnel und über die Baumgrenze hinaus, insgesamt mehr als 1000 Höhenmeter bergauf. Wenn du es sportlicher angehen willst, wählst einen der vielen Wanderwege auf die Bergspitze. Zur Belohnung kehrst du auf einer der Hütten ein und fährst mit der Bahn ins Tal zurück. Die Schafbergbahn bietet ein Rundum-Panorama, und das nicht erst seit Kurzem: Die Schienen stammen noch aus dem 19. Jahrhundert. Deswegen wird bis nächstes Jahr die Talstation und auch die Trasse schrittweise saniert. Aber keine Sorge: Die Schafbergbahn bleibt in Betrieb.

Arlbergbahn: Von Tirol nach Vorarlberg

Die Trisannabrücke der Arlbergbahn
©Siegele Roland

Die Trisannabrücke der Arlbergbahn

Mitten durch die Alpen – und das wortwörtlich: Das Herzstück der Arlbergstrecke ist der mehr als zehn Kilometer lange Arlbergtunnel. Doch davor und danach hat die Strecke, die Innsbruck in Tirol mit Bludenz in Vorarlberg verbindet, reichlich Panorama zu bieten. Mit oft weniger als 70 Km/h geht es Richtung Westen. Eines der Highlights auf der knapp eindreiviertel Stunden langen Strecke ist die Fahrt über die mehr als 200 Meter lange und rund 90 Meter hohe Trisanna-Brücke am Eingang des Paznauntals. Das Paznaun, wie es Einheimische nennen, ist umgeben von Dreitausender-Gipfeln – die Sommerheimat von Wanderern, Kletterern und Mountainbikern. Im Winter strömen Skifahrer und Snowboarder nach Ischgl oder – direkt auf der Bahnstrecke – nach St. Anton am Arlberg. Aber auch, wer die Alpen nur aus dem Zugfenster erleben will, ist hier richtig.