Dein Traum vom Auswandern:
So wird er Realität

Ob du deine Alltagsroutine durchbrechen möchtest oder bessere Jobmöglichkeiten suchst – es gibt viele Gründe, ins Ausland zu gehen. Doch wer den Traum vom Auswandern verwirklichen will, braucht Courage und sollte sich optimal vorbereiten.

Österreichisch-Ungarische Auswanderer im Hafen von Triest Anfang des 20.Jh.

Österreichisch-Ungarische Auswanderer im Hafen von Triest Anfang des 20.Jh.

Knapp 110.000 österreichische Staatsbürger zogen 2019 ins Ausland, bevorzugt in die beiden deutschsprachigen Länder Deutschland und die Schweiz. Auch andere europäische Länder wie Großbritannien, Spanien und Italien sind beliebte Ziele für Auswanderer aus Österreich, außerhalb Europas die USA, Kanada und Australien. Ins Ausland zieht es junge und hochqualifizierte Österreicher, aber auch Pensionisten. Die drei Hauptgründe auszuwandern sind Beruf, Beziehung und Abenteuerlust. Oft ist auch der Wunsch nach einer einer anderen Mentalität, einem anderen Lebensstil Motivation fürs Auswandern.

Spielst du mit dem Gedanken auszuwandern? Dann hast du sicher einige Fragen. MEIN LEBEN beantwortet sie für dich!

1. Wie stelle ich sicher, dass ich den Schritt nicht bereue?

Österreicher wandern bevorzugt ins deutschsprachige Ausland aus (Foto links: München, rechts: Zürich)
©rechts: rhiannon-elliott/unsplash

Österreicher wandern bevorzugt ins deutschsprachige Ausland aus (Foto links: München, rechts: Zürich)

Überprüfe deinen Wunsch mit einer Pro-und-Contra-Liste. Bereite den Aufbau deines neuen Lebens gründlich vor, lerne, das neue Land und die Sprache zu verstehen, um – je nach Anlass – eine Arbeit, neue Freunde oder einen Partner zu finden. Tausche dich mit Menschen aus, die diesen Schritt schon gemacht haben. Die findest du zum Beispiel auf entsprechenden Foren im Netz.  Wäge die finanziellen Risiken und Chancen ab. Wenn du auf medizinische Hilfe angewiesen bist, prüfe, ob das Gesundheitssystem vor Ort deinen Ansprüchen genügt.

2. Wie lange im Voraus muss ich diesen Schritt planen?

Das hängt davon ab, in welches Zielland du gehst und ob du allein oder als Familie aufbrichst. Die Bearbeitung der Visa-Anträge – notwendig für Staaten außerhalb der EU – kann je nach Zielland und Art des Visums zwischen sechs und zwölf Monate, im Einzelfall auch 24 Monate dauern. Beginne deshalb mit der Vorbereitung mindestens ein Jahr, besser zwei Jahre vor der Abreise.

Die Voraussetzungen für den Erhalt einer Aufenthaltsgenehmigung zum Beispiel in Australien sind hoch. Das Höchstalter beträgt 50 Jahre. Der gelernte Beruf muss auf einer „Skilled Occupation List“ enthalten sein, die Ausbildung muss nachgewiesen und anerkannt werden. Ein Test muss erfolgreich absolviert und gutes Englisch unter Beweis gestellt werden.

Wirst du als Expatriate von deiner Firma ins Ausland geschickt, wickelt die Firma viele Formalitäten ab, dann plane mindestens ein halbes Jahr ein. Ein Umzug innerhalb Europas lässt sich relativ gut und schnell organisieren. Bei einem Umzug nach Übersee plane für den Transport eines Containers mit Mobiliar mindestens vier Wochen ein. Hol dir entsprechend früh Angebote von Umzugsunternehmen.

3. Welche Behörden muss ich in Österreich und im neuen Land aufsuchen/kontaktieren?

Du kannst dich bei der ausländischen Vertretung in Österreich über die Einreiseregelungen deines Ziellandes informieren. Die Generalkonsulate und Botschaften helfen dir auch bei der Ermittlung und Ausstellung des richtigen Visums. Ein Visum und eine Arbeitsgenehmigung sind in den USA, Australien, Kanada und in der Schweiz erforderlich. Innerhalb der EU gilt gleiches Recht für alle. In deinem Zielland musst du dich in den ersten drei Monaten des Aufenthalts bei der zuständigen Behörde melden.

Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis für die USA

Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis für die USA

4. Welche Organisationen und Behörden unterstützen mich auf dem Weg ins Ausland?

Die Abmeldung vom Wohnsitz in Österreich erfolgt bei der zuständigen Meldebehörde. Sowohl das Bundesministerium für Europäische und internationale Angelegenheiten wie auch das Bundesministerium für Inneres gibt wichtige Informationen für die Übersiedelung ins Ausland. Darüber hinaus gibt es auch Verbände, wie den Auslandsösterreicher Weltbund. Die Österreichische Gesundheitskasse gibt Tipps zur Sozialversicherung für Arbeitnehmer und Pensionisten im Ausland.

5. Welche Dokumente sind notwendig?

  • Gültiger Reisepass
  • Impfausweis
  • Gültiger Führerschein (innerhalb der EU reicht dein österreichischer Führerschein, außerhalb der EU benötigst du einen internationalen Führerschein)

Tipp: Lass wichtige Dokumente in die neue Landessprache übersetzen und beglaubigen.

  • Geburtsurkunde
  • Heiratsurkunde
  • Studien- und Ausbildungsnachweise
  • polizeiliches Führungszeugnis
  • Urkunden
  • Behindertenausweis

6. Was müssen Familien mit Kindern beachten?

Nimm so früh wie möglich Kontakt zu Kindergärten und Schulen vor Ort auf, damit alle Familienmitglieder einen guten Start haben. Das Niveau der neuen Schule sollte dem der alten zu Hause entsprechen. Wenn dein Kind eine neue Sprache lernen muss, kann eine Zurückstufung um eine Jahrgangsstufe sinnvoll sein. Meist hast du die Auswahl, dein Kind auf eine staatliche, kirchliche oder private Schule zu schicken. In Großstädten gibt es private internationale Schulen, darunter auch deutschsprachige.

7. Gibt es Gründe, die ein Auswandern unmöglich oder kompliziert machen?

Klassische Ziele für Auswanderer: USA und Australien (Foto rechts: Sidney)
©links: priyanka-puvvada/unsplash, rechts: dan-freeman/unsplash

Klassische Ziele für Auswanderer: USA und Australien (Foto rechts: Sidney)

Um ein Einwanderungsvisum zu erhalten, ist in den meisten Ländern die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses erforderlich. Es ist auch leichter, ein Visum zu bekommen, wenn du kreditwürdig bist. Schwere Delikte können eine Auswanderung unmöglich machen.

8. Was bedeutet der Schritt für meine Finanzen und Versicherungen?

Es gehört zum Prinzip der Sozialversicherung, dass man dort krankenversichert ist, wo man arbeitet, und zwar unabhängig von seiner Staatsbürgerschaft und seinem Wohnort. Eine Ausnahme davon sind Entsendungen von Dienstnehmern ins Ausland, die weiter beim Arbeitgeber in ihrem ursprünglichen Beschäftigungsland versichert sind. Bei deinem Bankberater erfährst du alles über Bankverbindungen und Kontoführung im Ausland.

Ganz wichtig: Lege dir frühzeitig ein finanzielles Polster an. Wüstenrot hilft dir gern bei einem Blick auf deine Finanzen und bei der Umsetzung deines Traums, zum Beispiel mit einem flexiblen Bausparvertrag. Vergiss auch die Vorsorge fürs Alter nicht. Eine sichere, ertragreiche und flexible Lösung ist FlexibleLife[1]. Sie ermöglicht dir, viele deiner Wünsche zu erfüllen. Mit dem me1n Lebenscheck von Wüstenrot findest du schnell heraus, ob du gut abgesichert bist.

9. Welche Kosten sollte ich fürs Auswandern einplanen?

Für eine Finanzaufstellung solltest du diese Punkte beachten:

  • Visagebühren
  • Impfkosten
  • Reisekosten pro Person
  • Umzugskosten
  • Kosten für Autoüberführung oder Stellplatz für das Auto
  • Versicherungen
  • Lebenshaltungskosten (Miete, Betriebskosten, Lebensmittel, Hobbys und anderes)
  • Privatschule
  • Arztbesuche und Medikamente
  • Gebühren für Möbeleinlagerung
  • Steuerberatung
  • Maklerprovision

10. Bleibe ich auch im Ausland Österreicher?

Du behältst deine Staatsbürgerschaft, auch wenn du im Ausland wohnst. Als österreichischer Staatsbürger mit Hauptwohnsitz im Ausland bist du wahlberechtigt, wenn du am Tag der Wahl das 16. Lebensjahr vollendet hast, vom Wahlrecht nicht ausgeschlossen und in der (Europa-)Wählerevidenz einer österreichischen Gemeinde eingetragen bist. Die Wahlkarte beantragst du bei der zuständigen Botschaft oder beim Generalkonsulat. Die Steuerpflicht richtet sich nach deinem Wohnsitz. Hast du keinen Wohnsitz in Österreich, aber Einkünfte, weil du weiterhin in Österreich Arbeitnehmer bist, Sozialversicherungspension beziehst oder Einnahmen aus Immobilien erzielt, bist du beschränkt steuerpflichtig.