Programmiert auf Menschlichkeit

In zwei Jahrzehnten werden Maschinen die Hälfte unserer Jobs übernehmen. Ein Roboter-Rat soll den Wandel in Österreich gestalten.

© Softbank

Künstliche Intelligenz ist längst nicht mehr nur ein Stoff, aus dem Hollywoodfilme gemacht sind. Die Technologie, die Maschinen in die Lage versetzt zu lernen und aus dem Gelernten die passenden Schlüsse zu ziehen, wird zusehends Normalität in unserem Alltag. Roboter sind dann nicht mehr nur fähig, handwerkliche Tätigkeiten zu verrichten, sondern auch Beziehungen zu Menschen aufzubauen.

Die Technologie kann eine Antwort auf die Herausforderungen sein, die eine immer älter werdende Gesellschaft mit sich bringt. Schon jetzt fehlen ausreichend Betreuer in der Pflege. Eine Lücke, die von Roboter gefüllt werden kann. „Sie werden sprechen, reagieren und die Senioren auch trainieren“, sagt die Hamburger Trendforscherin Birgit Gebhardt. Mit Hilfe von Robotern werde Betreuungsbedürftigen ein größeres Angebot und eine größere Vielfalt zur Verfügung stehen.

„Pepper kann tanzen, spielen und ist immer gut gelaunt.“

Ein vielbeachtetes Beispiel ist Pepper. Der Roboter mit menschlichen Zügen kann tanzen, spielen und wenn man ihm über den Kopf streichelt, fängt er an zu kichern und spricht: „Ich bin heute so kitzelig.“ Schlechte Laune kennt er nicht. Mit Sensoren am Kopf und den Fingern hört und sieht er. Auch die Stimmlage passt Pepper an. In Japan ist der von Softbank entwickelte Roboter bereits in Einsatz, nun soll Pepper auch in Europa die Bewohner in Altenheimen geistig fit halten.

Was ungewohnt und für viele auch etwas befremdlich klingt, finden die Betreuten gar nicht so absonderlich. Für sie ist der Roboter wie ein Butler. „Die Erfahrung zeigt, dass die Senioren sehr schnell neugierig werden und merken, dass sie Spaß mit Pepper haben können“, sagt Projektleiter Rainer Wieching von der Universität Siegen.

Mehr Freiräume für Arbeitskräfte

Die Zeit für Roboterhelfer ist reif. Der weltweite Absatz soll binnen drei Jahren von derzeit 40 Millionen auf dann 880 Millionen Stück im Jahr steigen, sagen die Marktforscher von Gartner voraus. Statt menschlicher Arbeitskräfte werden zukünftig Roboter Pakete liefern, Schutzaufgaben erfüllen, Jobs in der Betreuung übernehmen oder sogar operieren. Das Da-Vinci-Chirurgiesystem aus Kalifornien etwa führt minimalinvasive Operationen genauer aus als jede menschliche Hand. Die mit der künstlichen Intelligenz verknüpfte Vision lautet: Die menschlichen Arbeitskräfte haben auf einmal mehr Freiheiten für ihre eigentlichen Aufgaben.

„Roboter übernehmen immer mehr Aufgaben in unserem Alltag“, stellt auch Infrastrukturminister Jörg Leichtfried fest. „Daran knüpfen die Österreicher viele Erwartungen, aber auch Sorgen.“ Ein Roboter-Rat soll daher einen Plan erarbeiten, wo und wie Roboter in unserem Leben ihren Platz finden werden. Leuchtfried: „Der Mensch muss dabei aber immer im Mittelpunkt stehen.“