Grippesaison:
Diese Tipps helfen dir durch die Grippewelle

Mit der echten Grippe, der Influenza, ist nicht zu spaßen: Davor schützt am besten die Impfung. Bei grippalen Infekten hingegen kannst du auf eine Reihe bewährter Hausmittel zurückgreifen.

Ob Grippe oder grippaler Infekt? Treten zuerst Schnupfen und Husten auf, spricht dies für letzteres.

Ob Grippe oder grippaler Infekt? Treten zuerst Schnupfen und Husten auf, spricht dies für letzteres.

Wie in jedem Jahr grassiert auch heuer wieder eine Grippewelle in Österreich. Mediziner warnen vor der Influenza, auch „echte Grippe“ genannt, deren Symptome weit über eine gewöhnliche Erkältung hinausreichen und mit hohem Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen und Husten verbunden sind. Das Gesundheitsministerium empfiehlt dringend die Impfung.

Warum ist die Influenza so gefährlich?

In Österreich sterben jedes Jahr etwa 1.000 Menschen an den Folgen der Influenza. Besonders gefährdet sind Senioren, Menschen mit geschwächtem Immunsystem und chronisch kranke Personen. Dass es alljährlich zu epidemieartigen Ausbreitungen der echten Grippe kommt, liegt auch an der niedrigen Durchimpfungsrate in Österreich: Sie beträgt nur zehn Prozent. „Damit es keine Epidemien gibt, müsste sie 70 Prozent betragen“, sagt die Tiroler Impfexpertin Anita Luckner-Hornischer von der Landessanitätsdirektion.

Die Motoren der Influenza-Ausbreitung sind vor allem Kinder, stellt die Virologin Monika Redlberger-Fritz von der Med-Uni Wien fest. Weil Kinder in der Schule und im Kindergarten stundenlang nah beieinander sind, übertragen sich die Krankheitserreger leicht. Im Schnitt stecken erkrankte Erwachsene zwei andere Menschen an, bei Kindern können es zehn oder zwölf sein.

Geimpfte sind schneller wieder gesund

Zwar bewahrt eine Impfung nicht vollständig vor einer Erkrankung, doch bei Geimpften verläuft die Krankheit meist kürzer und milder – und auch das Ansteckungsrisiko ist verringert. Dadurch sind auch jene Menschen geschützt, die aus gesundheitlichen oder altersbedingten Gründen nicht geimpft werden können. Die Impfung lohnt sich also und ist auch während der Grippesaison sinnvoll. Da sich die Influenzaviren ständig verändern, sollte die Impfung jährlich mit angepassten Impfstoffen erneuert werden.

Indiz für eine Erkrankung an der echten Grippe sind die schlagartig auftretenden Symptome in Verbindung mit hohem Fieber. Wenn zunächst Schnupfen und Husten auftreten, sagt der Impfexperte Reinhard Würzner von der Medizinischen Universität Innsbruck, ist dies untypisch für die Influenza und deutet eher auf einen grippalen Infekt hin.

Was hilft gegen die Erkältungsgrippe?

Gegen diese Erkältungskrankheit, im Volksmund fälschlich Grippe genannt, sollten wir uns aber auf jeden Fall wappnen und unser Immunsystem stärken. Denn dies schützt uns auch besser gegen die gefährliche Influenza. Gegen den grippalen Infekt helfen allerlei Hausmittel und Verhaltensregeln. Wir haben dir die acht wichtigsten zusammengestellt:

  1. Ganz wichtig ist die Hygiene: Händeschütteln und Umarmungen mit Fremden sollten wir in der Grippesaison vermeiden. Stattdessen: Mehrmals gründlich die Hände waschen und am besten immer ein Fläschchen Handdesinfektionsgel mitführen (gibt’s in jedem Drogeriemarkt).
  2. Vorbeugung mit Antioxidantien: Diese chemischen Verbindungen senken das Krankheitsrisiko und stärken das Immunsystem. Die wichtigsten natürlichen Antioxidantien sind die Vitamine A, C und E. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung kommt dem Immunsystem zugute: Gemüse, Obst, Kräuter, Wildpflanzen, Sprossen und Samen sind reich an Antioxidantien und machen den Körper fit in der kalten Jahreszeit.
  3. Kurkuma, ein Extrakt aus der Gelbwurzel, ist ein guter Entzündungshemmer und stabilisiert das Immunsystem. Da es nicht wasserlöslich ist: eine Portion Kurkuma mit etwas Öl vermischen und einnehmen.
  4. Eng verwandt mit der Gelbwurzel ist der Ingwer, der ähnliche Eigenschaften wie Kurkuma hat. Am besten die Ingwerwurzel kleinschneiden oder reiben, mit heißem Wasser aufgießen und als Tee genießen.
  5. Bewegung an frischer Luft: Die Heizung trocknet die Luft in den Innenräumen und damit die Schleimhäute aus. Das macht sie anfälliger für Viren. Ein Spaziergang nach draußen bringt den Kreislauf in Schwung und hat belebende Wirkung. Drinnen solltest du regelmäßig lüften und das „nasse Zelt“ verwenden: Lege angefeuchtete Tücher auf die Heizung oder über den Wäscheständer. Das befeuchtet die Innenluft und lässt dich freier durchatmen.
  6. Hühnersuppe essen: Eine selbstgemachte Hühnersuppe ist das klassische Hausmittel bei Erkältung. Sie ist nicht nur lecker und nahrhaft, sondern fördert das Gesundwerden auf vielfältige Weise. So hemmen die Inhaltsstoffe weiße Blutkörperchen, die bei Erkältungen und Entzündungen eine wesentliche Rolle spielen. Die Nasenschleimhäute schwellen ab, der Körper erhält Flüssigkeit und wichtige Vitamine, Zink und Eisen, die gut fürs Immunsystem sind. Sogar eine verstopfte Nase wird durch die Dämpfe der Suppe befreit.
  7. Reichlich trinken: Wasser und Tees sind am besten geeignet um den Flüssigkeitshaushalt des Körpers optimal auszubalancieren. Außerdem werden Giftstoffe herausgeschwemmt. Spezielle Erkältungstees sind neben Ingwer auch Linden- und Holunderblüten. Bei Fieber muss durch viel Trinken der herausgeschwitzte Flüssigkeitsverlust ersetzt werden.
  8. Inhalieren hilft: Eine Dampfinhalation mit Salzwasser macht die verstopfte Nase wieder frei – ein halber Teelöffel Salz auf ein Glas warmes Wasser, lautet die Dosierungsformel. Wahlweise kannst du auch ätherische Öle wie Eukalyptus oder Thymian verwenden.

Wenn du diese Tipps beherzigst, hast du gute Chancen, erkältungsfrei durch die kalte Jahreszeit zu kommen.