Feste feiern:
Wer ein Haus baut, sollte diese Traditionen kennen

Der Bau des eigenen Hauses ist ein besonderes Projekt im Leben eines Menschen und die meisten tun es nur einmal. Traditionen geben dir Gelegenheit, liebe Menschen mit einzubinden und mit ihnen zu feiern.

Bewegender Meilenstein: Mit der Dachgleiche wird das Entstehen eines neuen Zuhauses gefeiert.

Bewegender Meilenstein: Mit der Dachgleiche wird das Entstehen eines neuen Zuhauses gefeiert.

Ein Mensch sollte in seinem Leben einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und ein Kind zeugen. So in etwa jedenfalls soll das Martin Luther seinen Zeitgenossen empfohlen haben. Das Hausbauprojekt kann sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. Da ist es schön, wenn man treue Begleiter hat – vom Finanzberater angefangen, über die Handwerker bis hin zu Familie und Freunden, die mitfiebern und mit anpacken. Traditionen und Bräuche können dabei durchaus eine Hilfestellung sein – und sie bieten auch die Möglichkeit, liebe Menschen in das Projekt mit einzubeziehen.

Doch nicht alle alten Bräuche passen noch in die heutige Zeit, schließlich orientieren sie sich an alten Bauweisen und so haben sich einige von ihnen überlebt: der Spatenstich wird in der Regel nur noch bei öffentlichen Gebäuden feierlich begangen. Das Zwickelsetzen, bei dem der Bauherr den letzten Ziegelstein ins Kellergewölbe setzen muss, hat sich erübrigt, da Kellerdecken heute aus Beton gegossen werden. Das Gleiche gilt für das Grundsteinlegen, das bei Fertighäusern entfällt. Was sich erhalten hat: Wenn die Bodenplatte fertig ist, drücken die künftigen Bewohner gern ein paar Münzen in den Beton beim Hauseingang oder hinterlassen Hand- und Fußabdrücke. Natürlich ist es auch möglich, abseits der Tradition die Fertigstellung wichtiger Teilprojekte zu feiern: So laden einige Bauherren zum Dichtfest, wenn Türen und Fenster eingebaut sind und das Haus somit dicht ist.

Der Höhepunkt der Rohbauphase: Die Dachgleiche

Besonders bekannt ist das Richtfest, auch Gleichenfeier, Firstfeier, Richtfest oder Weihefest genannt. Denn das Dach hat eine besondere Bedeutung für das Haus. Das Errichten des Dachstuhls beziehungsweise die Fertigstellung des Daches feiern traditionsbewusste Bauherren deshalb selbst bei einem Flachdach. Eingeladen werden in der Regel alle am Bau Beteiligten, so können sich die Bauherren bei ihnen für ihre Arbeit bedanken. Dazu kommen noch Familie, Freunde und künftige Nachbarn. Und auch die Rituale, die bei einem solchen Fest begangen werden, sind festgelegt, wenn auch variabel. Dazu gehören:

  • Der Gleichenbaum: eine kleine Tanne, zirka eineinhalb Meter hoch, verziert mit bunten Bändern. Im Zuge des Festes wird sie auf das Dach genagelt.
  • Der Gleichenspruch oder Firstspruch, der traditionell von einem Zimmermann kommt. Mit dem Spruch bittet er um Segen für das Haus und die Menschen, die aus- und eingehen. Hier kann man aus bekannten Gleichensprüchen auswählen oder selbst etwas dichten.
  • Der Glaswurf: Nach dem Segensspruch trinkt der Zimmermann einen Schnaps – und auch die Gäste leeren ihr Glas. Anschließend wirft der Zimmermann das seine vom Dach. Dabei sollte es zerspringen, denn Scherben bringen Glück.
  • Das Einschlagen eines Nagels: Bei einigen Feiern ist die Bauherrin gefragt, mit einem Hammer und einem langen Nagel den Gleichenbaum am Dachstuhl zu befestigen. Den Baum darf jemand halten, aber einschlagen muss sie den Nagel selbst.
  • Das Stehlen des Gleichenbaums: Bei anderen Feiern wird der Gleichenbaum entführt und der Bauherr muss ihn mit Speisen und Getränken wieder auslösen.

Egal welchen Traditionen du folgst: Wichtig ist, dass ordentlich gefeiert wird. Was dabei zu essen und trinken gereicht wird, ist den Bauherren überlassen. „Beim Richtfest wird oft gegrillt“, erzählt Wüstenrot Finanzberater Rudolf Steiner. „Die Bauherren feiern mit Familie, Freunden und natürlich jenen, die am wichtigsten für den Hausbau waren.“ Und so ist Rudolf Steiner oft eingeladen, schließlich hat er schon viele Familien dabei unterstützt, den Traum vom eigenen Haus Realität werden zu lassen. „Ich baue eine relativ starke Freundschaft zu meinen Kunden auf und werde daher oft eingeladen. Das ist natürlich eine große Auszeichnung für mich – und es gibt keine bessere Bewerbung.“ Denn viele, die Rudolf Steiner noch nicht kennen, fragen bei der Feier nach, was seine Aufgabe beim Hausbau war. So ergeben sich über solche Feste oft sehr viel neue Kontakte. „Und es ist überhaupt das Schönste zu sehen, dass man helfen kann“, sagt Rudolf Steiner. „Ich freue mich über jede Finanzierung, die ich möglich gemacht habe. Das ist das Schöne an meinem Beruf.“

Mitbringsel für das Richtfest

Übrigens als Tipp, falls du mal Gast auf einer Gleichenfeier bist: Rudolf Steiner bringt meist Blumen und eine Flasche Sekt zum Anstoßen mit. Und manchmal auch eine Wasserwaage. „Da kommt sehr viel Persönlichkeit rüber“, meint der Finanzberater. Beliebt bei Bauherren sind auch Gutscheine für den Baumarkt oder eine Gärtnerei in der Umgebung. Denn mit dem neuen Garten, der noch im Entstehen ist, wird dieser garantiert gebraucht.