Detox für dein Zuhause:
Aufräumen mit System

Ausmisten, aufräumen, putzen: Wer sein Zuhause entschlackt, hat mehr Luft zum Leben. Die passende Methode kommt von Sortierkönigin Marie Kondo.

Macht mich das glücklich? Das Gefühl entscheidet beim Entrümpeln nach Marie Kondo.
© iStock I Tinatin1

Macht mich das glücklich? Das Gefühl entscheidet beim Entrümpeln nach Marie Kondo.

Minimalismus liegt im Trend. Die Buchläden sind voll mit Ratgeberlektüre zum Thema Aufräumen und Ausmisten. Marie Kondo, japanische Lifestyle-Expertin, hat sich mit ihren Büchern zum „Magic Cleaning“ den Status eines Ordnungs-Gurus erobert. Im Englischen wurde ihr Nachname mittlerweile sogar zum Verb: „to kondo“ steht für radikales Aufräumen. Die sogenannte Konmari-Methode verlangt schonungslose Ehrlichkeit. Maßgeblich für ihre Anti-Chaos-Theorie ist das persönliche Glück: Behalte nur das, was dir Freude bereitet. Wichtig: Los geht es gleich heute, nicht erst am Wochenende. 

Systematisch entrümpeln

Alles auf einen Haufen: Nach der Konmari-Methode wird jedes Teil einzeln durchgegangen.
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Alles auf einen Haufen: Nach der Konmari-Methode wird jedes Teil einzeln durchgegangen.

Kondos Ansatz beim Aufräumen: Sie geht nach Kategorien vor, nicht nach Zimmern, also Kleidung, Bücher, Papierkram statt Schlaf-, Wohn- und Arbeitszimmer. Bücher erhalten bei ihr nur einen festen Ort im Haus, genauso wie Kosmetik, Bettwäsche und Kleidung. Sammel jeweils alles auf einem Haufen und gehe die Sachen Stück für Stück durch. Weg kommt, was du nicht gern anziehst oder nur selten nutzt. Ein „vielleicht irgendwann“ ist kein Aufbewahrungsgrund. Nur wer seine Schränke konsequent ausmistet, umgibt sich mit Lieblingsstücken. 

Zum Schluss geht es ans Eingemachte: Gegenstände, die Erinnerungen wecken. Hand aufs Herz: Machen sie uns wirklich glücklich? Verabschiede dich von Geschenken, mit denen du nichts mehr anfangen kannst. Das gilt auch für alte Konzerttickets und anderen sentimentalen Kram. Die Erinnerungen bleiben im Kopf! Die Glücksregel gilt im Übrigen auch für Haushaltsgeräte: Bin ich mit der Leistung meines Staubsaugers nicht zufrieden, dann weg damit. Schaffe dir einen an, der deinen Ansprüchen wirklich gerecht wird. Der Vorteil: Wer weiß, was er will, neigt weniger zu Spontankäufen.

Aber auch Kondo weiß, dass der Abschied oftmals schwerfällt. Sie rät dazu, sich bei den Erinnerungsstücken zu bedanken. Das reduziere das schlechte Gewissen. Der Abschied von Dingen fällt zudem leichter, wenn sie einen neuen und sinnvollen Platz finden. Ein Stand auf dem Flohmarkt oder die Spende an eine Hilfsorganisation sind Möglichkeiten, die helfen, die Unordnung zu lichten. Bei Ebay, Willhaben oder anderen Online-Plattformen lassen sich damit womöglich noch ein paar Euro dazu verdienen.

Dem Jojo-Effekt keine Chance geben

Alles griffbereit: Zu Hause haben Schlüssel und Co. einen festen Platz.
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Alles griffbereit: Zu Hause haben Schlüssel und Co. einen festen Platz.

Unordnung beunruhigt. Es hat deshalb auch eine Art therapeutischen Nutzen, sich zum unmittelbaren Aufräumen zu zwingen. Das heißt ab sofort: Die Jacke gleich auf den richtigen Haken hängen, statt sie auf den Stuhl zu werfen, und Einkaufsbons schnell wegzuwerfen oder abzuheften. Marie Kondo empfiehlt, auch kleinen Gegenständen einen festen Platz zuzuweisen. So verlegt man nie wieder Reisepass und Geldbörse. Für mehr Ordnung in den Schränken faltet die Sortierkönigin ihre Kleidung zu Rechtecken, die sie hochkant in Schubläden aufbewahrt statt zu stapeln – so bleiben alle Stücke im Blick.

Die Methode zeigt: Wer zu Hause beherzt aufräumt, kann viel verändern. Man hält nicht nur seine Sachen stets ordentlich und im Blick, sondern befreit auch noch seinen Geist. Für Marie Kondo hat das Magic Cleaning einen besonderen Nebeneffekt: Ihre Tipps haben sie auf die New-York-Times-Liste der einhundert einflussreichsten Menschen der Welt gebracht. 

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Unterwäsche perfekt gefaltet: Marie Kondo zeigt, wie es geht. Quelle: Youtube/New York Magazine