Balkon und Terrasse im Herbst:
Das ist zu tun

Welkes Laub auf deinem Balkon: Wenn der Herbst kommt, sorgst du für ein letztes Aufblühen oder machst die Pflanzen auf dem Balkon und der Terrasse winterfest. Wir zeigen dir, was zu tun ist.

Balkon im Herbst: Noch einmal neue Pflanzen setzen oder Vorbereitung auf den Winter

Balkon im Herbst: Noch einmal neue Pflanzen setzen oder Vorbereitung auf den Winter

Herbstzeit ist die Zeit der Farben – und der Vorbereitung auf das nächste Frühjahr. Du schneidest Verblühtes ab und sorgst dann für den richtigen Schutz deiner Pflanzen. Wenn du sie richtig einpackst, dann blühen mehrjährige Kübel- und Balkonpflanzen jedes Jahr in voller Pracht.

Was blüht im Herbst?

Manche Pflanzen wie das Heidekraut blühen noch im Herbst.

Manche Pflanzen wie das Heidekraut blühen noch im Herbst.

Für ein letztes Feuer auf dem Balkon oder der Terrasse kannst du Pflanzen neu setzen. Astern, Chrysanthemen, Heidepflanzen, Zierkohl oder Funkien, aber auch Lampionblumen, Purpurglöckchen und Christrosen sowie Zierpaprika oder Ziergräser sorgen dafür, dass du dich auch in den kälter werdenden Wochen an bunten Farben erfreuen kannst. Achte darauf, die Pflanzen dicht aneinander zu setzen, weil sie im Herbst und Winter nicht mehr so stark wachsen. Wenn du die höchste Pflanze zuerst und dann eher in der Mitte des Kastens einsetzt, dann bekommst du ein harmonisch wachsendes Ensemble. 

Zwiebeln für den Frühling

Du kannst auch schon an den Frühling denken und Blumenzwiebeln mit einpflanzen. Am besten schichtest du die Zwiebeln nacheinander auf: Höher wachsende Frühblüher wie Hyazinthen, Tulpen, Narzissen kommen ganz nach unten in den Topf. Dann bedeckst du die Zwiebeln mit einer Schicht Erde und kannst nun die Herbstpflanzen einsetzen. In die Lücken zwischen den höheren Pflanzen passen niedrigere Frühblüher wie Krokusse und Perlhyazinthen sehr gut.

Der Vorteil von Tonkübeln

Für einen Herbstbepflanzung eignen sich übrigens Tonkübel besonders gut. Die erwärmen sich in der Sonne nur langsam und halten die Wärme über Nacht. Hast du allerdings Kästen aus Kunststoff, solltest du sie zum Beispiel durch Noppenfolie, Jutesäcke oder Dekowolle vor Kälte schützen. Vor allem schwarze und graue Plastikkästen werden schneller heiß und kühlen auch schnell wieder ab. Weil die herbstliche Sonne nicht mehr so stark ist, spielt der Standort des Kübels auf dem Balkon oder Terrasse keine große Rolle.

Belüften und Düngen

Achte auf die richtige Belüftung. Deine Kübel und Töpfe brauchen ein Loch im Boden, auf das du eine Drainageschicht aus Blähton oder Tonscherben legst. Zwei Daumen dick sollte diese Schicht sein, darauf deckst du frische Blumenerde. So sind die Pflanzen bis ins Frühjahr hinein mit Nährstoffen versorgt. Weil die Pflanzen in der kälteren Jahreszeit anspruchslos sind, musst du nicht noch einmal düngen, sondern nur gut angießen. Pinienrinde auf der Erde sieht schön aus und schützt vor dem Austrocknen.

Pflanzen überwintern 

Rosen können im Freien überwintern.

Rosen können im Freien überwintern.

Wenn du Pflanzen durch den Winter bringen willst, fängst du nun an, sie auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Du gießt weniger, weil die Tage kürzer werden und die Intensität des Sonnenlichts abnimmt. Die meisten Kübelpflanzen sollten vor dem Überwintern um gut ein Drittel zurückgeschnitten werden. Schneide die Pflanzen an einem relativ trockenen und warmen Tag zurück, damit ihre Verletzungen besser ausheilen.

Einheimische Arten können gut überwintern. Robuste Pflanzen wie Koniferen, Kirschlorbeer, Hortensien, Rosen, Buchsbäumchen, Rhododendron oder Fetthenne können im Freien bleiben. Auch Kräuter wie Thymian, Lavendel, Oregano, Estragon, Petersilie, Schnittlauch, Minze oder Salbei trotzen der Kälte recht gut. Empfindliche und winterharte Pflanzen schützt du vor großer Kälte, indem du sie mit Kokos- oder Strohmatten, Laub oder Tannengrün bedeckst. Außerdem stellst du die Blumentöpfe auf Holzleisten oder Keramikfüßchen, damit die Wurzeln auf dem kalten Boden nicht erfrieren. 

Drohen besonders eisige Temperaturen, kannst du die Kübel und Balkonkästen von außen isolieren, zum Beispiel mit Gartenvlies, Jutesäcken oder Noppenfolie. Außerdem kannst du Kästen und Kübel näher an die Hauswand rücken. Dann sind sie vor Wind und Wetter besser geschützt.

Pflanzen im hellen Winterquartier

Exoten wie Zitronen- oder Olivenbäumchen und manche Bambusarten musst du in ein Winterquartier bringen. Einige Pflanzen brauchen ein helles Winterquartier, damit sie ihre Blätter behalten: Alpenveilchen, Bougainville, Geranien, Hibiskus, Sternjasmin zum Beispiel, aber auch Kräuter wie Lorbeer und Rosmarin oder andere mediterrane und tropische Balkonpflanzen. Eine Möglichkeit ist, sie in einen hellen Hausflur zu stellen. Dafür solltest du aber die Zustimmung deines Vermieters einholen. Auch helle, kühle Wintergärten oder Dachböden bieten sich an. Empfindliche Kräuterarten wie Zitronenverbene oder Basilikum mögen es dagegen eher etwas wärmer – zwischen 10 und 15 Grad. Der Hibiskus wiederum braucht auch im Winter Temperaturen von mehr als 18 Grad.

Pflanzen, die im Dunkeln überwintern

Stark zurückgeschnittene oder laubwerfende Pflanzen wie Trompetenbäumchen, aber auch Zitronensträucher, Malven, Begonien, Fuchsien, Oleander oder Pelargonien mögen einen dunklen, kühlen Keller. Eine Faustregel lautet: Je kühler, desto dunkler darf das Winterquartier sein. Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad sind ideal, um den Stoffwechsel herunterzufahren.

Im Winter gießen und düngen

Auch im Winterquartier musst du darauf achten, dass die Pflanzen nicht austrocknen. Allerdings solltest du nicht zu viel gießen, um Staunässe zu vermeiden. Alle ein bis zwei Wochen reicht also aus, am besten tagsüber, wenn es am wärmsten ist. Bei Temperaturen unter fünf Grad kannst du auf das Gießen auf dem Balkon oder der Terrasse ganz verzichten, denn sonst könnten die Wurzelballen bei Frost einfrieren.

Schutz gegen Schädlinge und Pilzbefall
 

Während der Winterruhe schaust du gelegentlich nach deinen Pflanzen und prüfst, ob sie zum Beispiel von Schädlingen befallen wurden. Abgestorbene Triebe, kranke und herabgefallene Blätter beseitigst du, um Pilzkrankheiten vorzubeugen. Achte außerdem darauf, dass die Erde in den Blumentöpfen vor dem Gießen trocken ist, weil sich auf feuchter Erde Schimmel bilden kann. Auch solltest du die Pflanzen im Winterquartier etwas auseinanderrücken und den Raum regelmäßig lüften.

Endlich wieder raus

Deine Pflanzen solltest du nicht zu lange im Winterquartier halten und langsam an das Sonnenlicht gewöhnen. Sobald die ersten Sprossen kommen, ist es Zeit für mehr Wasser. Unempfindlichere Pflanzen wie Oleander oder Lorbeer kannst du ab April ins Freie stellen – wenn die Nächte frostfrei sind. Empfindlichere Gewächse wie Geranien, Fuchsien oder Zitruspflanzen verlassen erst im Mai nach den Eisheiligen ihr Winterquartier. Stelle die Pflanzen anfangs einige Tage in den Schatten, damit sie sich langsam an die Sonne gewöhnen. Und dann freue dich über die Pracht deiner gesunden und wiederblühenden Pflanzen.