Umschuldung oder die Chance auf einen Neuanfang

Schuldner von Franken-Krediten stehen vor schwierigen Zeiten. Eine Chance zur Umschuldung bietet sich durch die aktuell niedrigen Zinsen. Aber das ist keine leichte Aufgabe.

Verbraucher, die vor fünf Jahren ein Darlehen in Anspruch genommen haben, blicken wehmütig auf die aktuellen Zinskonditionen. Vergleichbare Kredite sind heute rund drei bis vier Prozentpunkte günstiger als damals. Der Grund: Die andauernde Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank versetzt Banken in die Lage, attraktive Darlehen zu vergeben mit dem Ziel, die Kaufkraft im Euroraum zu stimulieren.

Mit einer Umschuldung können aber auch Kunden laufender Kredite von dieser Entwicklung profitieren und unter Umständen mehrere hundert Euro, bei Immobilienkrediten sogar mehrere tausend Euro Zinsen sparen. Ob sich die Ablösung des Altkredits und die Finanzierung der Restschuld durch einen Anschlusskredit lohnen, ist im Einzelfall abzuwägen.

Kredite sind heute rund drei bis vier Prozentpunkte günstiger als vor fünf Jahren.
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Kredite sind heute rund drei bis vier Prozentpunkte günstiger als vor fünf Jahren.

Je länger die Restlaufzeit eines Kredites, desto lohnender kann die Umschuldung sein.
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Je länger die Restlaufzeit eines Kredites, desto lohnender kann die Umschuldung sein.

Abwägung von Ersparnis und Kosten

Grundsätzlich gilt: Je länger die Restlaufzeit eines Kredits, desto lohnender kann die Umschuldung sein. Das betrifft vor allem langfristige Wohnbaukredite, deren Konditionen sich im Laufe der Jahre geändert haben. Bei der Berechnung des Vorteils wägt man die Zins- und Spesenersparnis durch den Neukredit mit den Kosten und Gebühren, die mit seiner Inanspruchnahme anfallen, gegeneinander ab. Wichtige Kennzahlen für den Vergleich sind der effektive Jahreszinssatz und der zu zahlende Gesamtbetrag.

 

Beratungsbedarf bei
Fremdwährungskrediten

Vor einer besonderen Herausforderung stehen viele Österreicher, die in den vergangenen Jahren ihre Immobilie mit zinsgünstigen Krediten in Schweizer Franken finanziert haben. Die Kreditnehmer waren getrieben von der Aussicht, nicht nur 1,5 bis 2 Prozentpunkte beim Kredit zu sparen, sondern auch die Darlehenssumme mit einem parallel angesparten Fonds zum Laufzeitende einfach ablösen zu können. Das hochspekulative Devisengeschäft, auf das sich rund 40 Prozent der Kreditnehmer hierzulande eingelassen haben, konnte nur unter bestimmten Voraussetzungen gut gehen:

  1. Die Fremdwährung darf gegenüber dem Euro nicht an Wert zulegen.
  2. Der Zinsvorteil muss konstant bleiben.
  3. Der Fonds muss die erwartete Performance hinlegen.
Beachte Kündigungsfristen.
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Beachte Kündigungsfristen.

 

WISSENSWERT: VORTEIL BERECHNEN

Je länger die Restlaufzeit eines Kredites, desto lohnender kann die Umschuldung sein. Bei der Berechnung des Vorteils wägt man die Zins- und Spesenersparnis durch den Neukredit mit den Kosten und Gebühren, die mit seiner Inanspruchnahme anfallen, gegeneinander ab. Wichtige Kennzahlen für den Vergleich sind der effektive Jahreszinssatz und der zu zahlende Gesamtbetrag.

NUTZE DEN KREDITCHECK

Wüstenrot bietet dir eine unverbindliche Prüfung deines Fremdwährungskredits samt Tilgungsträger an. Für alle, die bereits finanziert haben, bieten wir einen kostenlosen Kreditcheck an. Kommt eine Umschuldung in Frage, übernimmt Wüstenrot zum 90-jährigen Jubliäum die Pfandrechtseintragungsgebühr bei einem möglichen Wechsel. So sparst du bares Geld. Dein Wüstenrot Finanzberater steht dir mit einer individuellen Beratung zur Verfügung.

Weitere Informationen

Die Rechnung ging nicht auf: Infolge der Finanzkrise erwirtschaftete der Fonds nicht die gewünschte Rendite, ebenso schrumpfte der Zinsvorteil. Zuletzt hat die Schweizer Notenbank im Januar den Wechselkurs des Franken vom Euro gelöst. Die Schweizer Währung stieg und zog die Kreditsummen mit in die Höhe. Mittlerweile hat sich die Deckungslücke bei den an österreichische Haushalte vergebenen Franken-Krediten massiv ausgeweitet. Von Jahresende 2014 bis zum Ende des ersten Quartals 2015 sei sie um 3 Milliarden Euro von 3,1 auf 6,1 Milliarden Euro gestiegen, sagte OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny Ende Mai bei der Bilanzpressekonferenz der Nationalbank in Wien.