Handwerkerbonus 2016:
Förderung für Umbau- und Renovierung

Private Umbau- und Renovierungsarbeiten werden auch in diesem Jahr wieder vom Staat unterstützt. Wer seine Handwerkerrechnung rechtzeitig einreicht, kann viel Geld zurückbekommen. Ab Anfang Juli 2016 sind Anträge möglich.

Ob Fliesenleger oder Sanitärinstallateur – auch in diesem Jahr bezahlt der Handwerkerbonus 20 Prozent der eingereichten Rechnung.
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Ob Fliesenleger oder Sanitärinstallateur – auch in diesem Jahr bezahlt der Handwerkerbonus 20 Prozent der eingereichten Rechnung.

Jetzt hat es doch geklappt. Nach Monaten der Unklarheit hat die Bundesregierung entschieden: Der Handwerkerbonus wird 2016 fortgesetzt. 20 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Wer sich rechtzeitig kümmert, kann viel Geld zurückbekommen: Privatpersonen, die ihr Haus oder ihre Wohnung renoviert haben, werden 20 Prozent der angefallenen Handwerkerkosten erstattet. Vom Tapetenwechsel bis zur Erneuerung der Einbauküche kann alles abgesetzt werden. Voraussetzung: Eine Firma erledigt die Arbeiten fachgerecht.

Ziel der Regelung ist es, die Schwarzarbeit einzudämmen und die Wirtschaft anzukurbeln. „Der Handwerkerbonus ist ein probates Mittel, das hilft, Aufträge zu generieren, Beschäftigung in den Betrieben zu stabilisieren und insgesamt durch das erhöhte Steueraufkommen wieder Geld in die Staatskassen spült, sich quasi also selber finanziert“, sagt Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Analysen der KMU Forschung Austria haben gezeigt, dass im Zeitraum der Gewährung des Handwerkerbonus 2014/15 die Zahl der Arbeitsplätze in den betroffenen Branchen um rund 2.800 gestiegen ist. Grund genug für die Fortsetzung der Prämie.

Wann wird gefördert?

Staatlich bezuschusst werden Arbeiten ab dem 1. Juni 2016. „Entscheidend ist, wann die Leistung erbracht wurde und nicht nur das Rechnungsdatum“, sagte Reinhard Kainz von der WKÖ. Wenn die Leistung also noch im Mai ausgeführt wurde, hat man keinen Anspruch auf den Bonus. Zudem müssen die Rechnungen folgende Anforderungen erfüllen:

  • Man braucht eine Rechnung im Sinne des Umsatzsteuergesetzes. Arbeits- und Fahrtkosten müssen gesondert ausgewiesen sein.
  • Die Kosten für die Arbeit des Handwerkers müssen zwischen 200 und 3.000 Euro liegen - ohne Mehrwertsteuer.
  • Pro Person und Wohneinheit können nur maximal 600 Euro Bonus bezogen werden.

Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, weist auf eine weitere Neuerung hin: „Handwerkerrechnungen können nicht nur überwiesen, sondern nunmehr auch in bar bezahlt werden.“ 

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, kann der Förderantrag ab Anfang Juli bei jeder Bausparkasse eingereicht werden. Diese kümmern sich im Auftrag des Finanzministeriums um die Abwicklung.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst: Das Budget des Fördertopfes ist begrenzt. Anträge sollten deshalb schnell eingereicht werden.
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Wer zuerst kommt, mahlt zuerst: Das Budget des Fördertopfes ist begrenzt. Anträge sollten deshalb schnell eingereicht werden.

RENOVIERUNG LEICHT GEMACHT

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Weitere Informationen

Wann wird nicht gefördert?

Aber es gibt auch Ausnahmen. Der Handwerkerbonus gilt nicht für den Neubau von Häusern und auch nicht für Arbeiten außerhalb des Hauses, wie an Garagen oder im Garten. Ebenso wenig können Materialkosten abgesetzt werden.

Übrigens sollte man sich beeilen: Der Handwerkerbonus ist gedeckelt, einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Es gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wenn der Topf leer ist, gibt es keine Förderung mehr – selbst wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind. Je früher man den Zuschuss also beantragt, desto größer ist die Chance, ihn zu bekommen.

Allerdings sollte man vorher durchrechnen, ob dieser Zuschuss der passendste ist. Denn der Handwerkerbonus ist nicht mit anderen Förderungen kombinierbar. In manchen Fällen - etwa bei einer größeren Sanierung - lohnen sich andere Zuschüsse mehr, beispielsweise der Sanierungsscheck des Bundes. Bei Fragen zum Bonus oder zur Berechnung beraten Sie die Wüstenrot Finanzberater gerne kostenlos.